Das Satelliten-Kommunikationsunternehmen AST SpaceMobile hat in dieser Woche eine Bilanz der operativen und finanziellen Fortschritte vorgelegt. Im Zentrum standen dabei die Ergebnisse des zweiten Quartals 2026 sowie die erfolgreiche Erweiterung der Satellitenflotte im Erdorbit. Das Unternehmen bekräftigte zudem seine Prognose für das Gesamtjahr.

Umsatzwachstum und operative Fortschritte im Fokus

Am Montag veröffentlichte AST SpaceMobile die Zahlen für das zweite Quartal. Das Unternehmen wies einen Umsatz von 31,5 Millionen US-Dollar aus, was einer deutlichen Steigerung gegenüber dem ersten Quartal entspricht. Dennoch lag dieser Wert leicht unter den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit etwa 34,5 Millionen US-Dollar gerechnet hatten.

Auch beim Ergebnis je Aktie verfehlte das Unternehmen mit einem Verlust von 0,35 US-Dollar die Erwartungen von minus 0,29 US-Dollar. Für das Gesamtjahr plant das Management weiterhin mit einem Umsatz zwischen 150 Millionen und 200 Millionen US-Dollar.

Operativ konnte das Unternehmen am 5. August einen wichtigen Meilenstein verzeichnen. Mit einer Falcon-9-Rakete wurden die Satelliten BlueBird 11, 12 und 13 erfolgreich von Cape Canaveral aus ins All befördert.

Diese Einheiten gelten als die größten Kommunikationsantennen, die jemals in einer niedrigen Erdumlaufbahn eingesetzt wurden. Sie sind mehr als dreimal so groß wie die ursprünglichen Block-1-Einheiten des Unternehmens und sollen Datenraten von bis zu 200 Mbps direkt auf herkömmliche Smartphones ermöglichen.

Ziel von AST SpaceMobile ist es, bis Anfang 2027 etwa 45 dieser BlueBird-Satelliten im Orbit zu haben. Um dieses Vorhaben zu realisieren, strebt das Unternehmen eine monatliche Produktionsrate von sechs vollständig montierten Satelliten an. Für das dritte Quartal 2026 werden Investitionsausgaben in einer Spanne von 350 Millionen bis 425 Millionen US-Dollar erwartet.

Liquidität und langfristiger Auftragsbestand

Trotz eines Nettoverlusts von 230,9 Millionen US-Dollar im abgelaufenen Quartal verfügt AST SpaceMobile über eine solide Kapitalausstattung. Durch den Abschluss einer privaten Platzierung von Wandelanleihen im Volumen von 1,15 Milliarden US-Dollar Ende Juli stiegen die liquiden Mittel sowie die zweckgebundenen Barmittel auf über 3,7 Milliarden US-Dollar an. Dies sichert die Finanzierung der kommenden Ausbaustufen der Satellitenkonstellation ab, wobei die durchschnittlichen Kapitalkosten pro Satellit auf 21 Millionen bis 23 Millionen US-Dollar geschätzt werden.

Das Unternehmen stützt sich zudem auf einen vertraglich gesicherten Auftragsbestand von rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Ein wesentlicher Teil der Einnahmen im zweiten Quartal stammte aus der Auslieferung von 13 Gateways an sieben Kunden auf fünf Kontinenten sowie aus Meilensteinzahlungen im Rahmen von Verträgen mit der US-Regierung.

Zudem besteht die Aussicht auf ein Projekt in Japan, das bis zu eine Milliarde US-Dollar an staatlichem Kapital einbringen könnte, ohne die Anteile der bestehenden Aktionäre zu verwässern. Medienberichten zufolge hat die US-Fernmeldebehörde FCC zudem Tests im 800-MHz-Bereich genehmigt, was die Konnektivität der BlueBird-Konstellation weiter verbessern dürfte.

Reaktionen der Analysten und Investoren

Am Kapitalmarkt wurden die Nachrichten differenziert aufgenommen. Die Aktie schloss am Freitag bei 60,90 Euro, was einem Rückgang von 1,8 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Damit notiert das Papier aktuell 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf umgerechnet 24,98 Milliarden Euro.

Die Analystenhäuser reagierten am Dienstag mit Anpassungen ihrer Kursziele auf das Zahlenwerk und die strategischen Pläne. Während die Bank of America das Kursziel von 95 auf 80 US-Dollar senkte, zeigte sich Cantor Fitzgerald optimistischer und hob das Ziel von 80 auf 90 US-Dollar an.

Parallel dazu kam es in den vergangenen Monaten zu nennenswerten Anteilsverkäufen durch Großaktionäre. Rakuten veräußerte im zweiten Quartal Aktien im Wert von 271 Millionen US-Dollar und reduzierte damit seine Position um rund zehn Prozent, bleibt jedoch mit fast 28 Millionen Anteilen investiert. Auch American Tower Corp trat als Verkäufer auf.

Für das restliche Jahr 2026 plant AST SpaceMobile den Beginn erster Beta-Dienste für Konsumenten. Insgesamt sind bereits zehn weitere Raketenstarts gebucht, um die Konstellation sukzessive zu vervollständigen und die weltweite Netzabdeckung zu erhöhen.