Zwei Termine in gut einer Woche sollen die Wende bringen. AST SpaceMobile-Aktien sprangen am Montag um 6,45 Prozent auf 54,50 Euro. Anleger positionieren sich vor dem nächsten Satellitenstart und dem Quartalsupdate des Unternehmens.
Die Erholung nach dem Absturz
Der Kurssprung reißt die Aktie aus einer schwierigen Phase. In den vergangenen 30 Tagen hatte das Papier fast 27 Prozent verloren. Vom Rekordhoch bei 114,60 Euro aus Ende Mai trennen die Aktie noch immer mehr als 52 Prozent.
Der RSI von 45,5 zeigt: Der Markt sucht weiter nach Richtung, ohne klaren Trend in die eine oder andere Richtung. Die Kursschwankungen bleiben hoch. Auf Jahressicht liegt die annualisierte Volatilität bei über 111 Prozent.
Zwei Termine, ein Fahrplan
Der Blick der Anleger richtet sich auf zwei konkrete Ereignisse. Für Mittwoch, den 5. August, plant AST SpaceMobile den Start der Satelliten BlueBird 11, 12 und 13 vom Cape Canaveral Space Force Station in Florida. Eine Falcon-9-Rakete soll die Fracht ins All bringen, Liftoff ist für 3:42 Uhr Ortszeit angesetzt, mit einem zweiten Fenster um 5:10 Uhr.
Die Mission folgt auf den erfolgreichen Start der BlueBird-Satelliten 8, 9 und 10 im Juni. Die nächsten drei Einheiten, BlueBird 14, 15 und 16, befinden sich bereits in Vorbereitung. Die Produktion läuft parallel bis Satellit Nummer 42.
Nur wenige Tage nach dem Raketenstart folgt der zweite Termin. Am Montag, den 10. August, um 17 Uhr Eastern Time hält das Management eine Telefonkonferenz zum Quartalsgeschäft ab. Vorstand und Führungsteam wollen dort Geschäfts- und Finanzzahlen erläutern und Fragen von privaten wie institutionellen Aktionären beantworten.
Technischer Fortschritt, unveränderte Prognose
Die neuen Satelliten bringen einen technischen Sprung. Sie verdoppeln nahezu die maximale Download-Geschwindigkeit im Vergleich zu den ersten BlueBird-Einheiten der Flotte. Möglich macht das eine neue stapelbare Architektur mit leichten Carbon-Verbundstrukturen, die mehrere Satelliten pro Start erlaubt und den Ausbau der Konstellation beschleunigt.
Unternehmenspräsident Scott Wisniewski wertet den bevorstehenden Start als Beleg für die Ausführungsstärke des Unternehmens. Die Mission zeige, wie schnell und zuverlässig das Team die größten phasengesteuerten Antennenarrays im niedrigen Erdorbit baue, starte und einsetze, so Wisniewski.
Bei den Finanzzielen bleibt AST SpaceMobile bei bisherigen Angaben. Für 2026 hält der Konzern an seiner Umsatzprognose von 150 bis 200 Millionen US-Dollar fest — eine Zahl, die Investoren angesichts der wachsenden Satellitenflotte genau im Blick behalten.
Was der Kurssprung nicht löst
Nicht jede Einschätzung fällt uneingeschränkt positiv aus. Der Start am 5. August liefert einen kurzfristigen Beweis für die Investmentthese, beseitigt aber nicht die grundlegenden finanziellen Risiken. Kostspielige Verzögerungen beim Ausbau und anhaltender Kapitalbedarf bleiben zentrale Fragen.
Ob Auslastung und Preise mit den hohen Ausgaben pro Satellit mithalten können, entscheidet über den Weg zur Profitabilität. Der Erfolg hängt letztlich davon ab, ob AST SpaceMobile seine kommerziellen Dienste im großen Maßstab aktivieren kann.
Für den Moment liefern der Hardware-Meilenstein in Cape Canaveral und das Management-Update wenige Tage später konkrete Ereignisse, an denen sich der Markt orientieren kann. Das unterscheidet die kommenden Tage von den vergangenen 30, in denen vage Prognosen und wechselnde Stimmung den Kursverlauf prägten.
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