Ein Rivale mit eigenem Raketenpark, der zugleich über Startplätze entscheidet: Genau diese Konstellation macht Piper Sandler bei AST SpaceMobile nervös. Das Analysehaus stuft die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ ab und halbiert das Kursziel nahezu, von 98 auf 54 Dollar. Vorbörslich gab das Papier um rund fünf Prozent nach.

Starttempo und SpaceX-Spektrum

Analyst Alexander Potter hat weniger Vertrauen, dass AST die geplanten Satellitenstarts 2026 und 2027 im vorgesehenen Tempo schafft. Auslöser der Neubewertung ist SpaceX. Das Unternehmen will Mobilfunkspektrum für rund acht Milliarden Dollar kaufen, es geht um ein landesweites Portfolio an Lizenzen im 800-MHz-Band. Die Zustimmung der US-Aufsicht FCC steht noch aus.

Damit rückt SpaceX im Direktgeschäft zwischen Satellit und Handy näher an die Mobilfunkbetreiber heran. Für AST, das auf eben diese Betreiber als Partner setzt, sieht Potter zwei Risiken.

Zwei Risiken für AST

Erstens könnte SpaceX Startkapazitäten für Partner der klassischen Netzbetreiber knapper halten, falls es diese gezielt benachteiligen will. Zweitens könnte der Konzern mit günstigen Tarifen oder eigenen Geräten die Preise drücken. AST müsste dann womöglich nachziehen, was die Erlösperspektiven belasten würde.

Die Abstufung wiegt auch deshalb schwer, weil Piper Sandler die Aktie erst im Juli mit „Overweight“ und einem Ziel von 100 Dollar aufgenommen hatte. Zwischenzeitlich lag es bei 98 Dollar.

Langfristig konstruktiv

Über 2027 hinaus bleibt das Haus freundlich. Der Druck durch SpaceX könnte Mobilfunkkonzerne dazu bringen, sich verstärkt unabhängige Satellitenpartner wie AST zu suchen. Die Konkurrenz würde damit den Markt insgesamt vergrößern.

Das Analystenbild bleibt gemischt. Der Konsens lautet „Moderate Buy“ mit fünf Kauf- und sechs Halteempfehlungen, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 80,10 Dollar. Mit etwa 49 Dollar notiert die Aktie vorbörslich unter dem neuen Piper-Ziel von 54 Dollar. Zum Handelsschluss am Vortag standen noch rund 51,50 Dollar zu Buche.

Konkret messbar wird die Sorge an den Starts: Jeder Termin der BlueBird-Satelliten 2026 und 2027 zeigt, ob SpaceX tatsächlich zum Engpass wird oder ob die Befürchtung überzogen ist. Zudem hängt viel an der FCC-Entscheidung zum Spektrumdeal.