Mit neuen Phase-III-Daten zu wichtigen Pipeline-Kandidaten treibt AstraZeneca die Erweiterung seines therapeutischen Portfolios voran. Im Zentrum der jüngsten Entwicklung steht das Biologikum Tozorakimab, das bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in zwei zulassungsrelevanten Studien überzeugte.

Das Medikament senkte das Auftreten moderater bis schwerer Exazerbationen um 29 bis 34 Prozent, in der Patientengruppe mit erhöhten Eosinophilenwerten sogar um 43 Prozent.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA prüft den Antikörper bereits im beschleunigten Priority-Review-Verfahren; eine Zulassungsentscheidung wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Das Management um Vorstandschef Soriot misst dem Wirkstoff ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 5 Milliarden US-Dollar bei. Der Hoffnungsträger gilt als wesentlicher Baustein für das erklärte Konzernziel, den Jahresumsatz bis 2030 auf 80 Milliarden US-Dollar auszubauen.

An der Börse notiert die Aktie von AstraZeneca heute bei 145,90 Euro, was einem leichten Tagesplus von 1,1 Prozent entspricht. Damit liegt der Titel gut 2,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 142,51 Euro.

Fortschritte und gemischte Signale in der Lungenkrebsforschung

Parallel dazu legte der Konzern detaillierte Phase-III-Ergebnisse der Studie DESTINY-Lung04 vor, in der das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Enhertu bei fortgeschrittenem, HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) untersucht wurde.

Die Erstlinientherapie verlängerte das mediane progressionsfreie Überleben auf 14,3 Monate, verglichen mit 8,3 Monaten unter der Standardkombination aus Pembrolizumab und Chemotherapie. Dies entspricht einer statistisch signifikanten Reduktion des Progressionsrisikos um 37 Prozent bei einer Gesamtansprechrate von 70 Prozent.

Trotz dieser Wirksamkeit fielen die Interimsdaten zum Gesamtüberleben noch uneinheitlich aus: Bei einem Reifegrad von 46,9 Prozent lag das mediane Überleben im Enhertu-Arm bei 29,3 Monaten gegenüber 33,1 Monaten in der Kontrollgruppe. Zudem traten bei 20,8 Prozent der Behandelten interstitielle Lungenerkrankungen auf, darunter vier tödliche Verläufe.

Analysten sehen langfristige Wachstumstreiber intakt

Auf der Analystenseite überwiegt derweil die Zuversicht in Bezug auf die breite Pipeline. Die Schweizer Großbank UBS bestätigte ihre Einstufung mit „Buy“ und hält an einem Kursziel von 15.200 Pence fest, während Berenberg die Aktie ebenfalls weiterhin zum Kauf empfiehlt.

Neben den Daten im Lungenbereich stärkt AstraZeneca auch seine Brustkrebssparte, wo nach der beschleunigten US-Zulassung des oralen Wirkstoffs Camizestrant nun die regulatorischen Prüfungen in weiteren Überseemärkten anlaufen.