James Chuong, Finanzchef von Atlassian, sprach am Dienstag auf der Bank-of-America-Technologiekonferenz. Seine Botschaft: Der Softwarekonzern profitiere von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Die Anleger quittierten das mit Kursverlusten. Die Aktie fiel um knapp vier Prozent auf 90,50 Euro.
KI-Narrative rückt in den Mittelpunkt
Chuong sagte, er habe bei seiner Jobwahl auf Unternehmen geachtet, die Netto-Nutzer von KI sein könnten. Atlassian steche durch diversifizierte und beständige Geschäftsfelder hervor. Die Botschaft ist wichtig für die Aktie. Atlassians Investorengeschichte hat sich von der Cloud-Migration zu einer breiteren Plattform mit KI und Kollaborationssoftware entwickelt.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 1,787 Milliarden Dollar. Die Cloud-Erlöse legten um 29 Prozent zu – auf 1,132 Milliarden Dollar. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt: 3,996 Milliarden Dollar an vertraglich gebundenen Erlösen bedeuten ein Wachstum von 37 Prozent.
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Gewinnlücke bleibt bestehen
Der GAAP-Betriebsverlust weitete sich auf 56,3 Millionen Dollar aus. Restrukturierungskosten von 223,8 Millionen Dollar drückten die operative Marge um 12 Prozentpunkte. Auf bereinigter Basis sah das Bild anders aus: Atlassian erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 607,2 Millionen Dollar. Das entspricht einer Marge von 34 Prozent – nach 26 Prozent vor einem Jahr.
Der freie Cashflow erreichte 561,3 Millionen Dollar, die Marge lag bei 31 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern ein Umsatzplus von rund 24 Prozent an, das Cloud-Geschäft soll um 26,5 Prozent wachsen. Die GAAP-Marge wird mit minus zwei Prozent erwartet, die bereinigte Marge mit 29 Prozent.
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Markt bleibt skeptisch
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 32 Prozent verloren – sie notiert fast 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 155 Euro. Der RSI liegt bei 41,4, die Volatilität ist mit annualisiert 132 Prozent extrem hoch. Das deutet auf anhaltende Verunsicherung hin.
Der KI-Optimismus allein reicht nicht. Atlassian muss im vierten Quartal liefern: Cloud-Erlöse und bereinigte Marge müssen die Zielmarken erreichen. Solange die Lücke zwischen GAAP-Verlust und bereinigter Profitabilität nicht kleiner wird, bleibt die Aktie angreifbar.
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