AT&T hat heute das stärkste Internetkundenwachstum seiner Geschichte gemeldet. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen bei Umsatz und bereinigtem Gewinn. Dennoch fällt die Aktie um -5,7%. Der Bericht enthält einen Schwachpunkt: Im Mobilfunk blieb der Kundenzuwachs hinter einer Analystenschätzung zurück. Zugleich belasten Abschreibungen das ausgewiesene Ergebnis.

Internetgeschäft stützt die Bündelstrategie

Im dritten Quartal 2026 gewann AT&T netto 769.000 Internetkunden hinzu. Das ist nach Unternehmensangaben ein Rekord. Der Zuwachs verteilt sich auf 442.000 Glasfaseranschlüsse und 327.000 Kunden für drahtlosen Festnetzzugang.

Damit liefern beide Zugangstechnologien einen Beitrag zum Wachstum. Beim drahtlosen Festnetzzugang nutzt AT&T freie Kapazitäten seines Mobilfunknetzes. Nach einem Bericht von MarketWatch sieht das Unternehmen bislang keine Beeinträchtigung seines Internetwachstums durch SpaceX.

Die Bündelung der Angebote spielt dabei eine wichtige Rolle. Laut Reuters buchen rund 43 % der Haushalte mit einem Internetanschluss von AT&T auch Mobilfunkangebote des Unternehmens. Der Erfolg lässt sich damit nicht allein am Absatz einzelner Anschlussarten messen.

Im Mobilfunk fällt das Bild weniger überzeugend aus. AT&T gewann netto 379.000 monatlich zahlende Telefonkunden. CNBC-e nennt eine Analystenerwartung von 387.410 sowie eine Abwanderungsquote dieser Kunden von 0,92 %.

Für Anleger ergibt sich daraus ein gemischtes Signal: Der Internetbereich erreicht einen Rekord. Beim Mobilfunk reicht der Zuwachs dagegen nicht ganz an die genannte Erwartung heran. Ein starkes Gesamtergebnis bedeutet somit nicht, dass alle operativen Kennzahlen überzeugen.

Bereinigter Gewinn verdeckt Sonderbelastungen

Der Quartalsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,3 % auf 32,3 Milliarden US-Dollar. Der von Reuters genannte LSEG-Konsens hatte bei 31,69 Milliarden US-Dollar gelegen.

Reuters zufolge trugen Mobilfunkdienste, Geräteverkäufe und höhere Erlöse in Lateinamerika zum Wachstum bei. Die Umsatzsteigerung beruhte damit auf mehreren Bereichen und nicht ausschließlich auf dem starken Internetkundenzuwachs.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie meldete AT&T 0,65 US-Dollar. Erwartet worden waren 0,60 US-Dollar. Das Unternehmen weist allerdings auch einen deutlich niedrigeren verwässerten Gewinn von 0,13 US-Dollar je Aktie aus.

Für die Einordnung ist die Trennung zwischen bereinigtem und ausgewiesenem Ergebnis entscheidend. Die Bereinigung blendet Belastungen aus, die den berichteten Gewinn erheblich drücken. Der operative Fortschritt lässt sich deshalb nicht unverändert auf das ausgewiesene Ergebnis übertragen.

AT&T nennt eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 2,6 Milliarden US-Dollar für das zum Verkauf stehende Mexiko-Mobilfunkgeschäft. Hinzu kommen Abfindungskosten.

Höherer Gewinnausblick, unverändertes Cashflow-Ziel

Nach dem Quartalsbericht erhöht AT&T den bereinigten Gewinnausblick für 2026 auf rund 2,40 US-Dollar je Aktie. Das Ziel für den freien Cashflow bleibt dagegen bei mindestens 18 Milliarden US-Dollar.

Der Unterschied ist für Anleger wesentlich: Die höhere Gewinnprognose geht nicht mit einer Anhebung des Cashflow-Ziels einher. Für die Beurteilung der finanziellen Entwicklung bleiben daher beide Größen relevant.

AT&T plant im laufenden Jahr Investitionen von 23–24 Milliarden US-Dollar und Aktienrückkäufe von rund 10 Milliarden US-Dollar. Der Rekord beim Internetkundenzuwachs stützt die Bündelstrategie. Die verfehlte Mobilfunkerwartung und die Sonderbelastungen begrenzen jedoch das positive Bild des Quartals.