Die Aktie von Aurubis hat in den vergangenen Wochen Tempo aufgenommen. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs 72 Prozent im Plus. Das 52-Wochen-Hoch bei 219,80 Euro ist nur einen halben Prozentpunkt entfernt bei 218,40 Euro. Der Kupferkonzern profitiert von einer breiten Branchenerholung und eigenen Fortschritten. Gleichzeitig bleiben Analysten uneins, ob die Bewertung bereits zu hoch gegriffen ist.
Doch während die Aktienmärkte nach oben schauen – ein entscheidender Faktor liegt in der Beteiligungsstruktur. Der Stahlkonzern Salzgitter hält rund 30 Prozent an Aurubis. Dessen eigene Aktie zog zuletzt an, gestützt durch einen positiven Morgan-Stanley-Bericht zum Stahlsektor. Marktbeobachter sehen darin einen indirekten Katalysator für Aurubis. Die Verflechtung verstärkt den Eindruck einer Erholung über die gesamte metallverarbeitende Kette.
ESG-Siegel als Signal
Parallel dazu treibt Aurubis die Nachhaltigkeitsagenda voran. Am Standort Olen in Belgien läuft seit Dienstag die Prüfung für das „Copper Mark“-Siegel. Externe Prüfer bewerten Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien. Das Zertifikat gilt in der Branche als Goldstandard. Institutionelle Anleger legen zunehmend Wert auf verifizierte Nachhaltigkeitsstandards. Für Aurubis ist das ein wichtiges Asset – vor allem auf dem aktuellen Kursniveau.
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Operativ steckt der Konzern mitten in einer milliardenschweren Investitionsphase. Von den geplanten 1,7 Milliarden Euro sind rund 90 Prozent gebunden oder bereits in Umsetzung. Für das Jahr 2026 sind zwei zentrale Meilensteine anvisiert: Das neue Recyclingwerk in Richmond, USA, soll komplexere Materialien verarbeiten und Aurubis außerhalb Europas stärken. In Hamburg läuft das Projekt „Complex Recycling Hamburg“ an – es steigert die Kapazitäten für interne Zwischenprodukte und externe Recyclingmaterialien.
Analysten uneins über fair value
Trotz der positiven Nachrichtenlage bleiben die Kursziele breit gestreut. Warburg Research hob das Kursziel auf 209 Euro an. Die Deutsche Bank dagegen taxiert Aurubis lediglich auf 168 Euro und bleibt bei „Hold“. Ihre Begründung: Ein Großteil der guten Nachrichten – darunter die erhöhte Gewinnprognose für 2025/26 – könnte bereits eingepreist sein.
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Die Kupferaktie bewegt sich damit in einem Spannungsfeld. Die fundamentale Entwicklung ist stark, die neuen Anlagen versprechen zusätzliches Wachstum. CEO Toralf Haag spricht vom „Jahrzehnt der Metalle“, getrieben durch Elektrifizierung und Energiewende. Solange die Nachfrage robust bleibt, steht das fundamentale Gerüst.
Die Prüfung für das Copper-Mark-Siegel läuft noch bis Donnerstag. Das Ergebnis dürfte ein weiterer Mosaikstein sein – für einen Konzern, der auf dem Weg zum Allzeithoch um Bestätigung ringt.
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