Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis durchläuft derzeit eine Phase tiefgreifender struktureller und operativer Veränderungen. Während das Unternehmen auf der einen Seite mit Verzögerungen bei seinem wichtigen Expansionsprojekt in den Vereinigten Staaten konfrontiert ist, festigen namhafte Großaktionäre ihre Positionen im Unternehmen.
Am heutigen Donnerstag notiert die Aktie im Marktumfeld schwächer und verliert 1,7 % auf 170,40 Euro. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vom Juni, das bei 224,00 Euro markiert wurde, auf rund 24 %.
Neuordnung im Aktionärskreis
In den vergangenen Wochen kam es zu deutlichen Verschiebungen in der Eigentümerstruktur des MDax-Konzerns. Medienberichten zufolge hat die GP Günter Papenburg AG vor rund zwei Wochen eine Beteiligung von 5,01 % an Aurubis erworben. Damit tritt ein weiterer gewichtiger industrieller Akteur auf den Plan. Dieser Einstieg folgt auf eine bereits zuvor gemeldete Aufstockung durch die Rossmann Beteiligungs GmbH.
Wie aus Pflichtmitteilungen hervorgeht, hat die Beteiligungsgesellschaft der Drogeriekette Rossmann ihren Stimmrechtsanteil auf insgesamt 21,58 % ausgebaut. Dieser Anteil setzt sich aus einer direkten Beteiligung von 15,11 % und weiteren 6,47 % zusammen, die über Finanzinstrumente wie Put-Optionsscheine und Knock-Out-Zertifikate gehalten werden.
Durch diese Transaktionen festigt die Rossmann-Gruppe ihre Rolle als einer der prägenden Anteilseigner des Kupferproduzenten, was am Markt als Vertrauensbeweis in die langfristige Strategie des Unternehmens gewertet wird.
Verzögerungen beim US-Projekt Richmond
Auf operativer Ebene muss Aurubis jedoch einen Rückschlag bei seinem internationalen Expansionskurs hinnehmen. Der Hochlauf des neuen Recyclingwerks in Richmond, USA, verzögert sich. Das Unternehmen gab bekannt, dass sich der Zeitplan für beide Ausbaustufen um jeweils rund sechs Monate nach hinten verschiebt.
Nach der aktuellen Planung soll Phase 1 nun im Geschäftsjahr 2026/27 abgeschlossen sein, während die Fertigstellung von Phase 2 für das Geschäftsjahr 2027/28 vorgesehen ist. Das Projekt in den USA gilt als ein zentraler Pfeiler für das künftige Wachstum im Bereich des komplexen Metallrecyclings auf dem nordamerikanischen Markt.
Trotz dieser zeitlichen Anpassungen in den USA meldete Aurubis für den Standort Hamburg operative Fortschritte. Die neue Anlage „Complex Recycling Hamburg“ (CRH), in die rund 190 Millionen Euro investiert wurden, konnte erfolgreich in Betrieb genommen werden.
Ziel dieser Investition ist die Optimierung der Materialströme, was nach dem vollständigen Hochlauf einen substanziellen positiven Finanzbeitrag leisten soll. Zudem wurde am Standort Hamburg bereits am 10. Juni das erweiterte System zur Reduzierung diffuser Emissionen (RDE) eingeweiht, wodurch die Reduktionsfähigkeit von zuvor 40 % auf rund 80 % verdoppelt wurde.
Starke Quartalszahlen stützen den Ausblick
Die finanzielle Verfassung des Konzerns präsentierte sich zuletzt robust. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 erzielte Aurubis ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 149 Millionen Euro, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 57 Millionen Euro darstellt.
Auch im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal, in dem 121 Millionen Euro erwirtschaftet wurden, zeigt der Trend nach oben. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stieg das operative EBT insgesamt um 31 % auf 374 Millionen Euro.
Aufgrund dieser Entwicklung hat das Management die Erwartungen für das Gesamtjahr präzisiert und peilt nun das obere Ende der Prognosespanne von 425 bis 525 Millionen Euro an. Analysten begleiten diese Entwicklung mit vorsichtigem Optimismus.
Warburg Research passte vor knapp einem Monat das Kursziel geringfügig von 212 auf 211 Euro an, behielt jedoch die Einstufung auf „Buy“ bei. Während die operativen Kennzahlen und die Nachfrage nach Kupferprodukten die fundamentale Basis stützen, bleibt die zeitnahe Umsetzung der globalen Wachstumsprojekte der entscheidende Faktor für die künftige Bewertung an der Börse.
Aurubis-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Aurubis-Analyse vom 3. September liefert die Antwort:
Die neusten Aurubis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Aurubis-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 3. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Aurubis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

