AUTO1 Group Aktie: Zunehmende Besorgnis

Der Gebrauchtwagenhändler AUTO1 meldet starkes Wachstum für 2025, doch der vorsichtige Gewinnausblick für 2026 lässt die Aktie um fast 16 Prozent einbrechen.

AUTO1 Group Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie verliert fast 16 Prozent auf 16,35 Euro
  • EBITDA-Ziel für 2026 enttäuscht Analystenerwartungen
  • Absatz stieg 2025 um über 20 Prozent auf 842.271 Fahrzeuge
  • Privatkundengeschäft erzielt deutlich höheren Bruttogewinn pro Auto

Die AUTO1 Group Aktie verzeichnet am Mittwoch einen dramatischen Einbruch. Das Papier verliert fast 16 Prozent und notiert bei nur noch 16,35 Euro – fast eine Halbierung binnen weniger Wochen. Ende Januar hatte die Aktie noch die 30-Euro-Marke überschritten und sich damit dem höchsten Stand seit 2021 angenähert. Der Versuch einer Bodenbildung in den vergangenen Tagen ist damit gescheitert. Mit einem Minus von 40 Prozent seit Jahresbeginn ist AUTO1 der größte Verlierer im MDAX.

Gewinnausblick enttäuscht Anleger

Der Auslöser für den erneuten Kurseinbruch: Der Online-Gebrauchtwagenhändler legte seine Zahlen für 2025 vor und gab gleichzeitig den Ausblick für das laufende Jahr bekannt. Die Berliner steigerten das bereinigte EBITDA im vergangenen Jahr um rund 80 Prozent auf 197,5 Millionen Euro und trafen damit die Erwartungen. Für 2026 peilt das Unternehmen nun 250 bis 275 Millionen Euro an. Das Problem: Die Analystenschätzungen lagen bereits nahe am oberen Ende dieser Spanne. Experten hatten sich offenbar mehr erhofft.

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AUTO1 stellt damit Wachstum über Ertragskraft – eine Strategie, die am Markt auf wenig Gegenliebe stößt. Der Konzern verkaufte 2025 insgesamt 842.271 Fahrzeuge, ein Plus von gut einem Fünftel. Der Umsatz kletterte um rund 30 Prozent auf 8,17 Milliarden Euro. Je Auto steigerte AUTO1 den Bruttogewinn um fast 12 Prozent auf 1.172 Euro. Dieses Jahr sollen zwischen 940.000 und einer Million Fahrzeuge über die digitale Ladentheke gehen.

Privatkundengeschäft wächst dynamisch

Einen Lichtblick bietet das Retail-Segment mit Privatkunden. Hier verkaufte AUTO1 erstmals mehr als 100.000 Fahrzeuge und verdiente pro Auto brutto 2.605 Euro – rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr. In diesem Bereich bereitet der Konzern die Fahrzeuge selbst auf, bevor sie weitergereicht werden. Das Geschäft mit professionellen Händlern bleibt zwar deutlich größer, bringt aber mit 976 Euro je Fahrzeug weniger ein.

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Giles Thorne von Jefferies sieht den Absatzausblick über den Markterwartungen, beim operativen Gewinn jedoch darunter. Marcus Diebel von JPMorgan vermutet, dass zusätzliche Investitionen das Ertragspotenzial nicht voll durchschlagen lassen. Immerhin: Andrew Ross von Barclays hält die Aktie mittlerweile für günstig und stuft sie als „bevorzugte Overweight-Empfehlung für 2026“ ein. Alexander Zienkowicz von MWB betont, dass bei AUTO1 in puncto Wachstum und Profitabilität alles intakt sei.

Am Markt heißt es, Leerverkäufer würden die Aktie zunehmend für sich entdecken. Hinzu kommt die allgemeine Verunsicherung bei Internet-Werten wegen Sorgen um agentenbasierte KI.

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Über Felix Baarz 1874 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.