Die Einschätzungen zur weiteren Entwicklung von Axon gehen am Markt deutlich auseinander. Gestern bekräftigte das Analysehaus TD Cowen seine Kaufempfehlung für die Aktie des Sicherheits- und Technologieunternehmens und bestätigte ein Kursziel von 825 USD.
Die Analysten stützen ihren Optimismus vor allem auf das wachsende Enterprise-Geschäft, einen adressierbaren Gesamtmarkt von rund 50 Milliarden USD sowie die Einführung der neuen ABW-Mini-Kamera.
Zurückhaltung bei UBS nach Zielsenkung
Die optimistische Haltung von TD Cowen steht im Kontrast zu anderen Marktbeobachtern. Am vergangenen Freitag senkte die Schweizer Großbank UBS ihr Kursziel für Axon deutlich von 600 auf 470 USD, behielt ihre Einstufung für die Anteilsscheine jedoch auf „Neutral“.
Diese Herabstufung des Kursziels spiegelt eine vorsichtigere Haltung wider, wenngleich sich die jüngsten Kursausschläge nicht zweifelsfrei auf einzelne Analystenkommentare zurückführen lassen.
An den europäischen Handelsplätzen zeigt sich das Papier zur Wochenmitte stabilisiert. Die Aktie notiert aktuell bei 371,50 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,6 Prozent entspricht. Seit dem Jahresbeginn steht für die Anleger allerdings ein Minus von 24 Prozent zu Buche.
Kommunale Aufträge und Debatten in Kalifornien
Parallel zur Debatte über das künftige Bewertungspotenzial verzeichnet das Unternehmen gemischte Signale im US-Kommunalgeschäft. In Los Angeles kippte der Stadtrat mit einem Votum von 10 zu 4 Stimmen die Genehmigung für ein Pilotprojekt zur Kennzeichenerfassung an Straßenlaternen.
Das Vorhaben von Axon Enterprise wurde daraufhin zur weiteren Beratung an den Ausschuss für öffentliche Sicherheit verwiesen. Der separate Zehnjahresvertrag mit dem Los Angeles Police Department über ein Volumen von 235 Millionen Dollar bleibt von dieser Entscheidung jedoch unberührt.
Auf der anderen Seite sicherte sich Axon zusätzliche Abrufe bei bestehenden Kooperationen. So stimmte der Stadtrat von Rialto einer Vertragsanpassung im Umfang von gut 1,2 Millionen Dollar zu.
Die Erweiterung umfasst neben 30 Einheiten der Körperkamera Axon Body 4 und 20 Systemen vom Typ Axon Fleet 3 auch 115 Module der Fusus-Core-Technologie. Solche Verträge untermauern die anhaltende Nachfrage der Behörden nach digitaler Vernetzung, auch wenn politische Gremien neue Überwachungsprojekte teils kritisch prüfen.
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