Ein massiver Umsatzsprung und der Sprung in die Profitabilität haben den Halbleiterzulieferer AXT heute an den Börsen beflügelt. Das Unternehmen legte Ergebnisse für das am 30. Juni 2026 beendete zweite Quartal vor, die die Erwartungen des Marktes deutlich übertrafen. Der Umsatz kletterte auf 47,6 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 164 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Aktienkurs reagierte mit einem Plus von 26,10 % und erreichte 51,22 €.

Rekordergebnisse durch Nachfrage aus dem KI-Sektor

Besonders die Nachfrage nach Indiumphosphid-Wafern für Anwendungen in Rechenzentren und im Bereich der künstlichen Intelligenz trieb das Wachstum im abgelaufenen Jahresviertel. Neben der Umsatzsteigerung gelang AXT die Rückkehr in die operative Gewinnzone. Nach Verlusten in den vorangegangenen Quartalen wies das Unternehmen einen GAAP-Nettogewinn von 11,1 Millionen US-Dollar aus. Die Bruttomarge verbesserte sich signifikant auf 44,9 Prozent, verglichen mit lediglich 8,0 Prozent im zweiten Quartal des Vorjahres. CEO Morris Young bezeichnete die aktuelle Entwicklung als wichtigen Wendepunkt für die Unternehmensgruppe.

Analysten von Needham heben Kursziel auf 90 Dollar

Angesichts der starken Zahlen und der positiven Geschäftsentwicklung reagierten Marktbeobachter prompt mit neuen Einschätzungen. Die Analysten von Needham & Company LLC stuften das Papier heute von „Hold“ auf „Buy“ hoch und riefen ein Kursziel von 90 US-Dollar aus. Dies spiegelt die Erwartung wider, dass sich die Wachstumsdynamik weiter beschleunigen dürfte. Für das laufende dritte Quartal prognostiziert das Management bereits einen Umsatz von 66 Millionen US-Dollar und einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar.

Strategische Allianz mit Lumentum sichert langfristiges Wachstum

Ein wesentlicher Pfeiler für die zukünftige Kapazitätsplanung ist eine neue Vereinbarung mit dem Partner Lumentum. Der langfristige Liefervertrag über Indiumphosphid-Wafer hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Lumentum leistet im Rahmen dieser Kooperation eine Anzahlung in Höhe von insgesamt 87 Millionen US-Dollar. Um der steigenden Nachfrage aus der Industrie gerecht zu werden, plant AXT einen umfangreichen Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Bis Ende 2027 wird ein jährlicher Umsatz von 130 Millionen US-Dollar allein in diesem Segment angestrebt, wobei der aktuelle Auftragsbestand bereits mit über 100 Millionen US-Dollar beziffert wird.

Trotz der positiven Dynamik bleiben geopolitische Faktoren relevant. Da mehr als die Hälfte des Quartalsumsatzes in China erzielt wurde, stellen künftige Exportgenehmigungen weiterhin eine Unsicherheit für das Geschäftsmodell dar. Dennoch zeigt die Aktie seit Jahresbeginn eine beeindruckende Performance mit einem Zuwachs von 298,60 %. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch trennen den Titel derzeit noch 60,16 %. Die finanzielle Basis für die Expansion wurde zudem durch eine Kapitalerhöhung im April gestärkt, wodurch die liquiden Mittel und Investitionen zuletzt auf 748,8 Millionen US-Dollar anstiegen.