Aya Gold & Silver steigert die Produktion auf Rekordniveau, kann sich dem Ausverkauf bei Edelmetallen aber nicht entziehen. Die Aktie verliert heute -8,1%. Damit stehen operative Fortschritte einem deutlich schwächeren Silbermarkt gegenüber: Höhere Fördermengen allein schützen Anleger derzeit nicht vor Kursverlusten.

Zgounder liefert neue Bestmarken

Laut Unternehmensmitteilung erreichte Aya im dritten Quartal 2026 eine Rekordproduktion von 2,03 Mio. Silberäquivalent-Unzen. Die Kernmine Zgounder in Marokko steuerte eine Rekord-Silberproduktion von 1,50 Mio. Unzen bei.

Die Entwicklung zeigt Fortschritte beim Hochfahren des Betriebs. Für die Beurteilung der Leistung zählt dabei nicht nur die geförderte Menge. Auch Durchsatz, Erzgehalt, Anlagenverfügbarkeit und Rückgewinnung beeinflussen das Produktionsergebnis.

Zgounders Silberproduktion stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 11%. Gleichzeitig erreichte die Verarbeitung mit 4.096 Tonnen täglich einen neuen Höchststand. Das entspricht einem Zuwachs von 5% gegenüber dem Vorquartal.

Die Mine umfasst Tagebau und Untertagebau. Sie bleibt der produzierende Schwerpunkt von Aya, während Boumadine als Explorations- und Wachstumsvorhaben die Perspektive auf eine breitere Produktionsbasis eröffnet.

Der Metallpreis überlagert die Fortschritte

Der heutige Kursdruck fällt mit einem scharfen Rückgang am Silbermarkt zusammen. Reuters zufolge sank Silber heute um 6% auf 49 USD je Unze. Damit unterschritt der Preis erstmals seit elf Monaten die Marke von 50 USD.

Für Aya verschiebt sich dadurch der Bewertungsfokus. Die Produktionsrekorde belegen die operative Entwicklung, beantworten aber nicht die Frage nach den Erträgen bei niedrigeren Metallpreisen. Ein Mengenrekord ist deshalb nicht automatisch ein Gewinnrekord.

Bereits gestern berichtete Kitco über Belastungen durch stärker als erwartetes US-Wirtschaftswachstum und anhaltende Inflation. Beides stützte Erwartungen einer weiteren geldpolitischen Straffung vor Jahresende. Der Gegenwind betrifft damit nicht nur einzelne Minenbetreiber, sondern das Edelmetallumfeld insgesamt.

Positive Analystensicht mit klaren Risiken

Die Analysteneinschätzungen bleiben unterdessen überwiegend optimistisch. Sieben Analysten bewerten Aya im Konsens mit einer Kaufempfehlung. Das durchschnittliche Zwölfmonatskursziel liegt bei C$48,83.

Diese Einschätzungen sind Erwartungen und keine Zusage einer Kurserholung. Für ihre Umsetzung muss Aya die operative Expansion in wirtschaftliche Ergebnisse übersetzen. Neben dem Silberpreis spielen dabei die Kosten und die Qualität des verarbeiteten Erzes eine wichtige Rolle.

Als Risiken gelten Erzverdünnung, steigende Kosten sowie regulatorische Änderungen und die Konzentration auf Marokko. Boumadine könnte die Abhängigkeit von einer einzelnen produzierenden Mine verringern, würde die Länderkonzentration jedoch nicht aufheben. Für Anleger stehen deshalb zwei Entwicklungen im Mittelpunkt: die Stabilität der Produktion und die Ertragskraft unter schwächeren Silberpreisen.