Die Zahlen könnten kaum besser aussehen, und doch drehten die Anleger ab. Bajaj Mobility hat im dritten Quartal den Umsatz um 57 Prozent gesteigert. Die Aktie gab dennoch deutlich nach, weil Schulden und Cashflow schwerer wiegen als das Wachstum.
Operativ klar im Plus
Der Konzernumsatz stieg auf 351,1 Millionen Euro. Das Motorradgeschäft mit KTM, Husqvarna und GASGAS legte um 84 Prozent zu, der Absatz wuchs um 51 Prozent auf knapp 47.400 Einheiten. Besonders stark liefen die Märkte außerhalb Europas und Nordamerikas.
Auch die Profitabilität dreht. Die EBITDA-Marge sprang von minus 17,2 auf plus 11,6 Prozent, das EBIT erreichte 11,3 Millionen Euro nach einem Verlust von 64 Millionen im Vorjahresquartal. Über neun Monate liegt der Umsatz bei gut einer Milliarde Euro.
Hinter dem Umschwung steckt ein harter Sparkurs. Die Gemeinkosten sanken im bisherigen Jahresverlauf um 97 Millionen Euro, die Belegschaft schrumpfte seit 2023 um 41 Prozent. Die Lagerbestände an Fahrzeugen halbierten sich seit Anfang 2024 nahezu.
Warum der Kurs nachgibt
Die Aktie verlor zeitweise gut 12 Prozent. Das Plus seit Jahresbeginn bleibt trotzdem erheblich, entsprechend dürften Gewinnmitnahmen eine Rolle spielen.
Drei Punkte belasten. Der Free Cashflow ist nach neun Monaten mit minus 26 Millionen Euro weiter negativ, auch wenn er sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert hat. Die Nettoverschuldung liegt bei 841 Millionen Euro. Finanzchefin Petra Preining sagte, das Minus müsse „bald“ drehen, nannte aber keinen Zeitpunkt.
Zweitens bindet das Working Capital mit über 33 Prozent des Umsatzes weiter viel Kapital. Das Ziel liegt im niedrigen 20-Prozent-Bereich, erreichen will das Management es in „weniger als zwei Jahren“. Drittens fehlt eine konkrete Prognose für 2026 und 2027. Details sollen mit dem nächsten Budgetzyklus folgen, einen Termin gibt es nicht.
Produkte und neue Fabrik
Auf der Motorradmesse EICMA zeigte der Konzern die Modelle des Jahrgangs 2027 mit neuem Fahrwerk und einem 250er-Motor mit über 50 PS. Gemeinsam mit WP entwickelte KTM nach Unternehmensangaben eine elektronische Offroad-Federung. Im brasilianischen Manaus eröffnete am 14. Oktober ein eigenes Werk mit einer Jahreskapazität von 10.000 Einheiten.
Verbessert sich die Liquidität weiter, wäre das ein Anfang. Die Barmittel stiegen auf 110 Millionen Euro, ungenutzte Kreditlinien belaufen sich auf 50 Millionen. Der Großteil der Schulden wird erst ab 2028 fällig, kurzfristiger Refinanzierungsdruck besteht damit kaum.
Stand heute, 3. November: Bajaj Mobility AG – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Bajaj Mobility AG investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 3. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

