Ballard Power steht vor einem fundamentalen Umbau. Der Brennstoffzellen-Spezialist wandelt sich vom reinen Hardware-Produzenten zum Dienstleister. Die geplante Übernahme des britischen Unternehmens GeoPura markiert dabei den entscheidenden Wendepunkt für das künftige Geschäftsmodell.
Vom Hardware-Verkäufer zum Dienstleister
Die Investmentbank HSBC stuft die Aktie vor diesem Hintergrund von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Analysten setzen das Kursziel auf 3,60 US-Dollar fest. Der Kern der neuen Strategie liegt im Bereich „Energy-as-a-Service“ (EaaS). Durch das Leasing von Wasserstoff-Generatoren will Ballard Power eine deutlich höhere Wertschöpfung erzielen.
Experten schätzen, dass dieses integrierte Angebot den Umsatz pro Megawatt im Vergleich zum bloßen Verkauf von Hardware verfünffachen könnte. Parallel dazu sollen wiederkehrende Einnahmen aus Serviceverträgen die Wachstumsraten stabilisieren und die Abhängigkeit von Einzelaufträgen verringern.
Margensprung trotz Umsatzdelle
Die jüngsten Quartalszahlen untermauern den Fokus auf Profitabilität. Zwar blieb der Umsatz mit 21 Millionen US-Dollar hinter den Markterwartungen zurück. Beeindruckend war jedoch die Entwicklung der Bruttomarge. Diese kletterte im zweiten Quartal auf 20 Prozent, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei minus 8 Prozent gelegen hatte.
Es ist das vierte Quartal in Folge, in dem das Unternehmen seine Margen steigern konnte. Effizientere Fertigungsprozesse und geringere Gemeinkosten nach der Restrukturierung im vergangenen Jahr tragen erste Früchte. Der bereinigte EBITDA-Verlust verringerte sich deutlich auf 9,8 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor betrug das Minus noch über 30 Millionen US-Dollar.
Das Ziel: Profitabilität 2027
Unter CEO Marty Neese verfolgt das Unternehmen einen strikten Sanierungskurs. Das Ziel steht fest: Bis Ende 2027 will Ballard Power einen positiven operativen Cashflow erreichen. Der Auftragsbestand ist bereits auf 156,6 Millionen US-Dollar angewachsen, unterstützt durch einen neuen 15-Megawatt-Auftrag für stationäre Leistungsmodule.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Führung mit einer starken zweiten Jahreshälfte. Rund 60 Prozent des Jahresumsatzes sollen in diesem Zeitraum realisiert werden. Die Aktie notiert aktuell bei 2,37 Euro und verzeichnete zuletzt eine hohe Volatilität mit einem Monatsminus von rund 21 Prozent. Mit einem RSI von 38 nähert sich das Papier technisch gesehen überverkauften Regionen. Anleger blicken nun auf den geplanten Abschluss der GeoPura-Akquisition noch in diesem Jahr.
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