Die Kursrally bei führenden Server- und Speicherherstellern gerät ins Stocken: Nach monatelangen Kursgewinnen stuft die britische Großbank Barclays die Branchenschwergewichte Dell Technologies, Hewlett Packard Enterprise und NetApp herab. Der Grund für die Zurückhaltung liegt in den hohen Bewertungen und der Ernüchterung darüber, dass der erhoffte Umsatzschub durch künstliche Intelligenz im breiten Unternehmensgeschäft bisher auf sich warten lässt.
Die Reaktion am Markt folgte prompt. Die Aktie von Dell verlor im US-Handel zeitweise über sieben Prozent auf 529,74 Dollar. Parallel dazu gaben auch die Papiere von Hewlett Packard Enterprise und NetApp spürbar nach.
Speicherpreise statt echter KI-Aufträge
Hinter der Herabstufung von „Overweight“ auf „Equal Weight“ steht eine fundamentale Neubewertung der jüngsten Kursgewinne. Nach Einschätzung von Barclays waren die starken Umsätze der vergangenen Monate vor allem eine Folge gestiegener Speicherkosten und höherer Verkaufspreise. Ein spürbarer Durchbruch bei den Ausgaben von Unternehmenskunden für künstliche Intelligenz lasse sich in den Bilanzen dagegen noch nicht ablesen.
Verstärkt wird der Druck durch das makroökonomische Umfeld. Stärker als erwartet gestiegene US-Verbraucherpreise belasten derzeit zinssensible Technologiewerte an den New Yorker Börsen generell.
Für Dell senkten die Analysten das Kursziel von 603 auf 574 Dollar. Das Unternehmen hatte am 1. September seine Jahresprognose zwar auf 192,0 Milliarden Dollar Umsatz angehoben.
Allerdings verzeichnete der Konzern im Quartal einen deutlichen Rückgang beim freien Barmittelfluss, während die Vorräte zulegten. Künftige Gewinnüberraschungen dürften nach Einschätzung der Analysten kleiner ausfallen als bisher, was den Spielraum für weitere Kurssteigerungen einengt.
Unterschiedliche Ausgangslagen
Bei Hewlett Packard Enterprise begründete das Bankhaus den Schritt ausdrücklich mit der Bewertung, während die Finanzprognosen unverändert blieben. Das Kursziel sank von 83 auf 77 Dollar. Für NetApp blieb das Kursziel bei 219 Dollar unverändert, nachdem das Unternehmen Anfang September einen Rekordumsatz ausgewiesen hatte.
Die Schritte verdeutlichen die gestiegenen Anforderungen der Analysten an greifbare Erträge aus dem KI-Geschäft. Sollten die kommenden Quartalsberichte keine Beschleunigung bei den tatsächlichen Bestellungen für Unternehmens-KI ausweisen, droht den Hardware-Herstellern nach dem starken Jahresverlauf eine längere Phase der Konsolidierung.
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