Der kanadische Goldproduzent Barrick Mining überrascht die Märkte. Am Freitag meldete das Unternehmen besser als erwartete Quartalszahlen. Die Aktie zog daraufhin um 2,71 Prozent auf 53,50 CAD an und erholte sich damit von ihrem Vortagesschluss bei 52,09 CAD.
Doch der positive Ausreißer täuscht. Der langfristige Trend zeigt nach unten. Auf Monatssicht verlor die Aktie 6,27 Prozent, seit Jahresanfang sogar 10,86 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 74,00 CAD aus Ende Januar ist der Titel rund 27,70 Prozent entfernt.
Technische Widerstände bleiben intakt
Trotz der Erholung notiert die Aktie unter allen relevanten Durchschnittslinien. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 56,51 CAD, die 100- und 200-Tage-Linien bei 58,56 und 56,82 CAD. Der Relative-Stärke-Index von 43,7 signalisiert: Der Ausverkauf ist noch nicht überhitzt, Raum für weitere Erholung wäre da.
Auf charttechnischer Ebene liegt der nächste Widerstand bei 56,26 CAD. Die Unterstützung markiert derzeit der Bereich um 53,23 CAD.
Goldmarkt unter Druck
Der gesamte Edelmetallsektor leidet. Spotgold notiert um 4.046,70 USD je Feinunze und steuert auf die vierte Verlustwoche in Folge zu. Grund ist die US-Geldpolitik. Nach einem Anstieg des PCE-Inflationsindex um 4,1 Prozent preisen die Märkte inzwischen eine 60- bis 64-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September ein.
Die Volatilität der Barrick-Aktie bleibt mit annualisiert 48,78 Prozent hoch. Dennoch sehen manche Großinvestoren den aktuellen Kurs als Einstiegschance. Die UBS etwa hat ein 12-Monats-Ziel für Gold von 5.200 USD je Unze ausgegeben.
Projekte als Langfristanker
Für Barrick steht der operative Ausbau im Zentrum. Die Lumwana-Erweiterung in Sambia, das Fourmile-Projekt – für das Barminco kürzlich einen 192 Millionen USD schweren Vertrag erhielt – und die Entwicklung von Reko Diq in Pakistan bilden die Säulen der Wachstumsstrategie.
Stützend wirkt zudem die Nachfrage der Zentralbanken. Polen kaufte im Mai 18 Tonnen Gold, China legte 10 Tonnen zu. Sollte die Fed die Zinsen tatsächlich anheben, stünden die Zeichen für Gold und Produzenten wie Barrick auf Gegenwind. Die Quartalszahlen zeigen aber, dass operative Stärke auch in schwierigen Märkten möglich ist.
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