Barrick Mining hat mit der Einigung im Streit um die Nevada Gold Mines einen entscheidenden Hebel für den geplanten Börsengang seiner nordamerikanischen Sparte gezogen.
Das Unternehmen und Newmont Corporation verständigten sich auf eine Zahlung von 1,95 Milliarden US-Dollar, wie Reuters und Barrick selbst berichteten. Im Gegenzug stimmte Newmont dem von Barrick geplanten IPO der nordamerikanischen Einheit zu, das bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll.
Die Aktie reagierte am Berichtstag zunächst mit Abgaben, nachdem Medienberichten zufolge der Umsatz die Konsensschätzungen verfehlt hatte, obwohl der Gewinn je Aktie mit 0,82 US-Dollar den Erwartungen entsprach.
Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier dennoch 15 Prozent zugelegt, notiert aber weiterhin 22 Prozent unter seinem Zwölfmonatshoch von 74,00 kanadischen Dollar vom Januar. Zum Freitagsschluss stand die Aktie bei 57,80 kanadischen Dollar, ein Plus von 1,3 Prozent auf Tagesbasis.
Zahlen zum zweiten Quartal
Barrick meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 5,29 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Goldproduktion erreichte 796.000 Unzen, drei Prozent über der eigenen Zielvorgabe und elf Prozent höher als im Vorquartal. Hinzu kam eine Kupferproduktion von 56.000 Tonnen.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Produktionsprognose von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen Gold bei Gesamtkosten (All-in Sustaining Costs) zwischen 1.760 und 1.950 US-Dollar je Unze, senkte jedoch die Investitionsausgaben-Prognose auf eine Spanne von 3,8 bis 4,3 Milliarden US-Dollar.
Zusätzlich beschloss der Vorstand eine Quartalsdividende von 0,175 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 15. September an Aktionäre, die am 31. August im Aktionärsregister verzeichnet sind. Nach Angaben aus der Nachberichterstattung zur Quartalszahl hat Barrick zudem im abgelaufenen Quartal Aktien im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar zurückgekauft.
Personalie vor der Abspaltung
Im Vorfeld des geplanten Börsengangs baut Barrick seine Führungsstruktur um. Sebastiaan Bock wurde mit sofortiger Wirkung zum Chief Executive Officer der Rest-of-World-Division ernannt und soll künftig die Gold- und Kupfergeschäfte sowie Projekte außerhalb Nordamerikas verantworten, wie Reuters berichtete.
Für die neue, abzuspaltende nordamerikanische Gesellschaft steht bereits fest, wer die Führung übernehmen soll: Mark Hill ist als CEO des neuen Unternehmens vorgesehen.
Einordnung für Anleger
Die Kombination aus gelöstem Rechtsstreit, bestätigter Jahresprognose und konkretem Zeitplan für die Abspaltung dürfte die Unsicherheit rund um die Konzernstruktur deutlich reduzieren. Zugleich zeigt die Kursreaktion nach den Zahlen, dass Anleger die Umsatzverfehlung stärker gewichteten als die operativen Fortschritte bei Produktion und Kostenkontrolle.
Mit einem Abstand von nur 0,3 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt bewegt sich die Aktie derzeit nahe ihrem mittelfristigen Trend, während die Volatilität von 48 Prozent auf annualisierter Basis auf anhaltend große Kursausschläge rund um Unternehmensereignisse hindeutet. Der bevorstehende Börsengang der nordamerikanischen Sparte dürfte in den kommenden Monaten der bestimmende Kursfaktor bleiben.
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