Ein massiver Gewinnsprung im Vorjahr schützt Barrick Mining derzeit nicht vor dem Abwärtsdruck. Die Aktie des kanadischen Goldriesen hat seit ihrem Januar-Hoch bei knapp 72 Kanadischen Dollar mehr als ein Fünftel an Wert verloren. Parallel dazu bereitet das Management einen der größten Börsengänge der jüngeren Bergbaugeschichte vor.
Am Freitag ging das Papier bei 56,14 Kanadischen Dollar aus dem Handel. Auf Zwölf-Monats-Sicht steht zwar noch ein Kursplus, seit Jahresbeginn verbucht die Aktie allerdings ein Minus von rund sechs Prozent. Ein schwächerer Goldpreis drückt auf die Stimmung. Das Edelmetall rutschte zuletzt auf gut 4.570 US-Dollar je Unze ab, da hartnäckige Inflationssorgen die Zinserwartungen belasten.
Goldman Sachs bereitet NewCo-Börsengang vor
Der wichtigste Kurstreiber für die kommenden Jahre liegt in Nordamerika. Barrick plant, seine nordamerikanischen Vorzeige-Assets in einer eigenständigen Gesellschaft an die Börse zu bringen. Für diesen Spin-off hat der Konzern nun Goldman Sachs als Konsortialführer mandatiert.
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Das neue Vehikel bündelt unter anderem den Mehrheitsanteil am Joint Venture Nevada Gold Mines. Analysten taxieren den potenziellen Wert der Abspaltung auf rund 42 Milliarden US-Dollar. Barrick beabsichtigt, Ende 2026 einen Minderheitsanteil von bis zu 15 Prozent an die Börse zu bringen.
RBC-Analyst Josh Wolfson schätzt, dass allein das Nevada-Geschäft etwa 60 Prozent des aktuellen Börsenwerts von Barrick ausmacht. Ein separates Listing schafft ein reines Gold-Investment für große institutionelle Anleger. Diese meiden oft die Risikoaufschläge, die mit Minen in Schwellenländern einhergehen.
Hohe Kosten und Verzögerungen belasten
Bis der Spin-off Wert freisetzt, muss das Management operative Hürden meistern. Die Prognose für die Gesamtförderkosten (AISC) liegt für 2026 bei 1.760 bis 1.950 US-Dollar je Unze. Ein Haupttreiber dieser Entwicklung sind gestiegene Dieselpreise. Sie fressen einen Teil der hohen Goldnotierungen auf, bevor das Metall überhaupt gefördert ist.
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Hinzu kommen geopolitische Rückschläge. Barrick hat die Entwicklung des Reko-Diq-Projekts in Pakistan wegen lokaler Sicherheitsbedenken verlangsamt. Die Überprüfung der Milliarden-Investition verlängert sich bis Mitte 2027. Der erste Produktionsstart verschiebt sich damit voraussichtlich auf Ende 2028.
Feuerprobe für den neuen CEO
Die kommenden Wochen fordern die neue Führungsspitze. Am 8. Mai stellt sich das Management auf der virtuellen Hauptversammlung den Aktionären. Drei Tage später, am 11. Mai, folgen die Zahlen für das erste Quartal 2026.
Die Erwartungen sind nach dem starken Vorjahr hoch. Damals sprang der Gewinn auf knapp fünf Milliarden US-Dollar. Die für das zweite Halbjahr angekündigte Produktionssteigerung muss nun beweisen, ob Barrick die anhaltenden Kostenschübe durch mehr Volumen ausgleichen kann.
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