Barrick Mining hat eine wegweisende Einigung mit dem Konkurrenten Newmont erzielt, die den Weg für die geplante Umgestaltung der nordamerikanischen Aktivitäten ebnet.

Durch die am Montag unterzeichnete Vereinbarung erhält das Unternehmen eine Barzahlung in Milliardenhöhe und die notwendige Zustimmung für einen geplanten Börsengang seiner Gold-Assets in Nordamerika. Trotz dieser strategischen Fortschritte und starker Quartalsergebnisse steht das Management vor internem Widerstand durch einflussreiche Großaktionäre.

Strategische Einigung mit Newmont

Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht die Erweiterung des Gemeinschaftsunternehmens Nevada Gold Mines. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wird Newmont innerhalb von 30 Tagen nach Einbringung des Fourmile-Projekts durch Barrick Mining eine Zahlung von 1,95 Milliarden US-Dollar leisten.

Zusätzlich bringt Newmont die Projekte Fiberline und Mike in das Joint Venture ein. Diese Einigung beendet sämtliche ausstehenden Rechtsstreitigkeiten zwischen den beiden Branchengrößen.

Besonders bedeutsam für die langfristige Strategie ist die formelle Zustimmung von Newmont zum geplanten Börsengang (IPO) der nordamerikanischen Goldminen von Barrick Mining. Das Unternehmen beabsichtigt, diesen Schritt bis Ende 2026 zu vollziehen und dabei eine Beteiligung von 10 bis 15 Prozent zu behalten. Dieser Schritt soll den Wert der regionalen Portfolios verdeutlichen, führt jedoch zu Debatten über die künftige Konzernstruktur.

Starke Quartalszahlen und Analysten-Echo

Parallel zur strategischen Neuordnung präsentierte Barrick Mining robuste Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Nettogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 1,217 Milliarden US-Dollar, was einem Ergebnis von 0,73 US-Dollar je Aktie entspricht.

Die Goldproduktion belief sich im Berichtszeitraum auf 796.000 Unzen, was einer Steigerung von 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seinem Produktionsziel von 2,9 bis 3,25 Millionen Unzen Gold fest.

Die Analysten von Barclays reagierten gestern auf die Entwicklungen und hoben ihr Kursziel für die Aktie von 39 auf 42 US-Dollar an, wobei sie die Einstufung auf „Equal-Weight“ beließen.

Positiver äußerten sich die Experten von Seeking Alpha, die ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 56 US-Dollar bekräftigten. Sie verwiesen dabei insbesondere auf das verringerte Risiko für den geplanten Börsengang durch die Einigung mit Newmont.

Anleger am kanadischen Markt reagierten gestern dennoch zurückhaltend; das Papier schloss den Handelstag am Donnerstag mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 56,44 CAD ab.

Widerstand gegen geplante Ausgliederung

Trotz der operativen Erfolge regt sich auf der Investorenseite Unmut gegen den Kurs von Chairman John Thornton. Namhafte Großaktionäre wie Van Eck, Mackenzie und Franklin Equity äußerten am Mittwoch Bedenken hinsichtlich der geplanten Nordamerika-Abspaltung.

Die Kritiker befürchten eine Verwässerung ihrer Anteile von bis zu 15 Prozent und stellen den Nutzen der neuen Struktur infrage. Berichten zufolge forderten Vertreter von Mackenzie sogar personelle Konsequenzen an der Spitze des Unternehmens.

Das Marktumfeld bleibt unterdessen durch die Preisentwicklung bei Edelmetallen begünstigt. Mit einem durchschnittlich realisierten Goldpreis von 4.417 US-Dollar pro Unze im zweiten Quartal konnte Barrick Mining die gestiegenen Gesamtkosten (AISC), die für 2026 zwischen 1.760 und 1.950 US-Dollar pro Unze prognostiziert werden, deutlich kompensieren.

Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie an der Börse in Toronto dennoch ein Minus von 5,6 Prozent, was den Druck auf das Management erhöht, die angekündigte Wertsteigerung durch das IPO zeitnah zu realisieren.