Ende Juni läuft der erste Baustein des BASF-Aktienrückkaufprogramms aus. Über 30 Millionen Aktien hat der Konzern seit November 2025 erworben — was danach kommt, lässt das Management bislang offen.

Erste Tranche kurz vor dem Abschluss

Zwischen dem 8. und 12. Juni 2026 kaufte BASF weitere 235.000 eigene Aktien über Xetra. Damit summiert sich das Programm auf kumuliert 30,8 Millionen Aktien. Das Gesamtvolumen der Tranche liegt bei bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Alle zurückgekauften Aktien werden eingezogen. Das Grundkapital sinkt entsprechend.

Das Programm ist Teil eines größeren Rahmens: BASF hat sich verpflichtet, bis 2028 mindestens 4 Milliarden Euro über Rückkäufe an Aktionäre zurückzuführen. Zusammen mit 8 Milliarden Euro an Dividenden ergibt das ein Gesamtversprechen von mindestens 12 Milliarden Euro.

Struktureller Käufer fällt weg

Mit dem Auslaufen der Tranche entfällt ein regelmäßiger Nachfrager am Markt. Einen Zeitplan für die nächste Phase hat BASF bislang nicht kommuniziert. Ob der Konzern nahtlos anschließt oder zunächst pausiert, bleibt offen.

Das trifft auf ein ohnehin angespanntes Umfeld. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 3 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel auf 2,356 Milliarden Euro — nach 2,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die Jahresprognose hält BASF aufrecht: 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro EBITDA vor Sondereinflüssen.

Zhanjiang als Gegengewicht

Ausgerechnet jetzt geht der chinesische Produktionskomplex in Zhanjiang in den Vollbetrieb. BASF hat rund 8,7 Milliarden Euro in den Standort investiert. Dort laufen 18 Anlagen und 32 Produktionslinien — mehr als 70 Produkte entstehen bereits. Den Steamcracker fuhr BASF zum Jahreswechsel 2025/2026 in Rekordzeit hoch.

Die Frage ist, ob dieser Kapazitätsaufbau in einer überversorgten Chemieindustrie trägt. Der Branchenverband VCI erwartet für 2026, dass die reine Chemieproduktion um ein Prozent schrumpft. Sinkende Preise könnten zu einem Umsatzminus von 3,5 Prozent führen.

Die BASF-Aktie notiert bei 49,28 Euro — auf Jahressicht ein Plus von rund 10 Prozent, aber knapp 5 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 52,11 Euro liegt der 50-Tage-Schnitt, dem der Kurs derzeit hinterherläuft. Der nächste Kommunikationstermin zum Rückkaufprogramm dürfte zum Quartalsbericht Anfang August kommen.