BASF hat im August 2026 mit dem Rückkauf eigener Aktien begonnen. Der Konzern hatte das Programm über bis zu 1 Milliarde Euro bereits Ende Juli angekündigt, nun folgte die konkrete Umsetzung. Grundlage ist ein zweites Quartal, das sowohl beim Ergebnis als auch beim Umsatz über dem Vorjahreswert lag.
Bessere Zahlen, angehobene Ziele
Nach dem überraschend starken Quartalsergebnis hob BASF seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr an. Reuters verweist allerdings auf anhaltende Unsicherheiten: Der Iran-Krieg und mögliche Beeinträchtigungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus gelten weiterhin als Risikofaktoren für die Lieferketten des Chemiekonzerns.
Positiv wirkte sich hingegen aus, dass sich die Auslastung am Stammsitz Ludwigshafen zuletzt verbesserte, nachdem der Standort zuvor unter Lieferstörungen infolge des Nahost-Konflikts gelitten hatte.
Der Kapitalmarkt reagierte mit Zustimmung auf die Kombination aus besseren Zahlen und Rückkaufprogramm. Die Aktie notiert aktuell bei 51,21 Euro und liegt damit rund 4,56 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15,26 Prozent zu Buche, auf Jahressicht beträgt der Zuwachs 14,00 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das im April markiert wurde, fehlen der Aktie derzeit noch knapp 7 Prozent.
Stellenabbau begleitet die Transformation
Der operative Erfolg fällt in eine Phase tiefgreifenden Personalabbaus. Wie BASF mitteilte, sank die Zahl der weltweiten Vollzeitstellen seit Januar 2024 bis Ende Juni 2026 um rund 7.000. Besonders sichtbar wird der Wandel in Ludwigshafen: Dort liegt die Belegschaft nach Angaben von Tagesschau und FAZ erstmals seit 1954 unter 30.000 Beschäftigten.
Der Konzern befindet sich damit weiterhin in einem umfassenden Umbauprozess, der Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit des größten Werks sichern soll – parallel zu den nun anlaufenden Kapitalrückführungen an die Aktionäre.
Analysten uneinig über weiteres Potenzial
Nach den Quartalszahlen reagierten mehrere Analysehäuser mit angepassten Kurszielen, die Einschätzungen fallen jedoch unterschiedlich aus. Die Deutsche Bank bestätigte am 30. Juli ihre Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel auf 60 Euro.
UBS beließ die Aktie zwar auf „Neutral“, hob das Kursziel aber auf 55 Euro an. Am unteren Ende der Erwartungen bewegt sich JPMorgan, das seine „Underweight“-Einstufung mit einem Kursziel von 40 Euro bestätigte – ein deutlicher Kontrast zu den optimistischeren Häusern.
Die Spanne der Kursziele zeigt, wie unterschiedlich die geopolitischen Risiken und die operative Erholung von BASF derzeit gewichtet werden. Während die einen auf die verbesserte Ertragslage und die Kapitalrückgabe setzen, mahnen andere zur Vorsicht angesichts der fragilen Lage im Nahen Osten. Für Anleger bleibt der Rückkauf ein konkretes Signal: Das Management sieht die eigene Aktie trotz der Unsicherheiten als attraktiv bewertet an.
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