Der Chemiekonzern BASF hat gestern planmäßig ein neues Aktienrückkaufprogramm eingeleitet, mit dem das Unternehmen bis April 2027 eigene Anteilscheine im Wert von bis zu 1,0 Milliarden Euro erwerben will. Dieser Schritt folgt auf eine erfolgreiche Woche, in der die Ludwigshafener am Mittwoch ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert haben. Basis für den Optimismus der Geschäftsführung sind starke Geschäftszahlen für das zweite Quartal, die die Erwartungen des Marktes deutlich übertreffen konnten.

Starke Quartalszahlen treiben Prognose an

In der am Mittwoch veröffentlichten Bilanz für das zweite Quartal 2026 wies BASF ein deutliches Wachstum aus. Der Umsatz kletterte um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Besonders kräftig legte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen zu: Mit 2,45 Milliarden Euro lag dieser Wert um 53,6 Prozent über dem Vorjahresniveau von 1,60 Milliarden Euro. Als wesentliche Treiber für diese Entwicklung nannte das Unternehmen höhere Verkaufspreise sowie ein gestiegenes Absatzvolumen.

Ein Sondereffekt prägte zudem das Ergebnis nach Steuern, das mit 4,14 Milliarden Euro massiv über dem Vorjahreswert von 79 Millionen Euro lag. Dieser Sprung ist laut dpa-AFX primär auf einen Veräußerungsgewinn von 3,5 Milliarden Euro zurückzuführen, der aus dem Verkauf des Coatings-Geschäfts resultierte. Der Finanzinvestor Carlyle hatte zum 1. Juli einen Anteil von 60 Prozent an dieser Sparte für Fahrzeug- und Industrielacke übernommen, während BASF weiterhin eine Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent hält.

Angesichts dieser Dynamik erwartet der Vorstand für das Gesamtjahr nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 Milliarden Euro und 7,7 Milliarden Euro. Zuvor war der Konzern lediglich von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro ausgegangen. Die Erwartung für den freien Cashflow blieb hingegen unverändert in einer Spanne von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.

Umbau und Effizienzprogramm CoreShift

Parallel zur operativen Erholung treibt BASF den konzernweiten Umbau voran. Vorstandschef Markus Kamieth hat das Effizienzprogramm „CoreShift“ konkretisiert, das eine Senkung der Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent bis zum Jahr 2029 anstrebt. Diese Transformation schlägt sich bereits in der Belegschaft am Stammsitz nieder: Medienberichten zufolge fiel die Zahl der Vollzeitstellen in Ludwigshafen im Mai erstmals seit dem Jahr 1954 unter die Marke von 30.000. Weltweit hat der Konzern seit Anfang 2024 bereits rund 7.000 Stellen gestrichen.

Zusätzlich zur Kostenkontrolle nutzt BASF die Zuflüsse aus den Deinvestitionen zur Stärkung der Bilanz. So kündigte der Vorstand an, im laufenden dritten Quartal Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Nettoverschuldung zu senken und das Single-A-Rating der Gruppe langfristig abzusichern.

Positive Analystenstimmen nach Kursplus

Die Analysten der Berenberg Bank bestätigten am Freitag im Zuge einer Branchenstudie ihre Kaufempfehlung für den DAX-Wert und verwiesen auf einen positiven Rating-Trend. Bereits am Donnerstag hatte das Analysehaus Morningstar seine Fair-Value-Schätzung für das Papier bei 61,00 Euro belassen. Trotz der starken Marktposition bei Basischemikalien verzichteten die Experten dort jedoch auf die Vergabe eines „Economic Moat“-Status, da ein langfristiger struktureller Wettbewerbsvorteil nicht vollständig belegt sei.

An der Börse haben die Nachrichten der vergangenen Tage die Stimmung gestützt. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 50,46 Euro und konnte damit seit Jahresbeginn um 13,57 Prozent zulegen. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Chemieriesen beläuft sich auf 43,39 Milliarden Euro. Aktionäre hatten bereits im Mai eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr erhalten. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung wird BASF am 28. Oktober mit der Vorlage der Quartalsmitteilung zum dritten Jahresviertel liefern.