Bessere Zahlen, aber ein fallender Kurs — bei BASF passt das eine nicht zum anderen. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hat sein Ergebnis im zweiten Quartal deutlich gesteigert und die Jahresprognose angehoben. Die Aktie reagierte trotzdem mit einem Rückgang von 2,2 Prozent. Der Grund liegt im Detail der neuen Zielspanne.

Zahlen schlagen Erwartungen, Ausblick enttäuscht trotzdem

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, getrieben von höheren Preisen und größeren Mengen. Das operative Ergebnis kletterte auf 2,4 Milliarden Euro, nach 1,6 Milliarden Euro im Vorjahresquartal — beide Werte lagen über den Markterwartungen.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 4,1 Milliarden Euro für die Aktionäre, nach mageren 79 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Sprung hat allerdings einen Sondereffekt zur Basis: den milliardenschweren Verkauf des Lackgeschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle. Ohne diesen Einmaleffekt wäre der Anstieg deutlich moderater ausgefallen.

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand um Markus Kamieth nun mit einem Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro. Das liegt über der bisherigen Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro und auch über dem Vorjahreswert von 6,6 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt allerdings mit 7,3 Milliarden Euro gerechnet — ein Wert, den BASF nur im oberen Bereich der neuen Spanne erreichen würde. Genau das dürfte den Kurs belastet haben: Der Markt hatte offenbar mehr Klarheit erwartet, nicht nur eine breitere Bandbreite.

Beim freien Finanzmittelzufluss bleibt der Konzern bei seiner Spanne von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten rechnen bereits mit einem Wert am oberen Ende dieser Spanne.

Die vollständigen Zahlen zum zweiten Quartal will BASF am 29. Juli vorlegen. Erst dann dürfte sich zeigen, wie belastbar die angehobene Jahresprognose tatsächlich ist und wie viel davon dem laufenden Geschäft und wie viel dem Carlyle-Deal zuzuschreiben ist.