Ende Juni endet die erste Tranche des BASF-Aktienrückkaufprogramms. Was danach den Kurs stützt, ist noch offen — und Goldman Sachs hat gerade sein Kursziel gesenkt.

Rückkauf kurz vor dem Abschluss

Im November 2025 startete BASF ein Rückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Ende Juni 2026 läuft diese erste Tranche aus. Das Programm ist Teil einer größeren Ausschüttungsstrategie: Von 2025 bis 2028 will BASF mindestens 12 Milliarden Euro über Dividenden und Rückkäufe an Aktionäre weitergeben.

Der laufende Rückkauf hat dem Kurs bislang eine gewisse Unterstützung gegeben. Mit dem Auslaufen fällt dieser Puffer weg — genau dann, wenn das operative Geschäft unter Druck steht.

Im ersten Quartal 2026 erzielte BASF einen Umsatz von 16,0 Milliarden Euro, rund drei Prozent weniger als im Vorjahr. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 2,356 Milliarden Euro, nach 2,495 Milliarden Euro im Q1 2025.

Goldman senkt Kursziel — hält aber an Kaufempfehlung fest

Goldman-Sachs-Analystin Georgina Fraser hat das Kursziel für BASF von 65 auf 63 Euro gesenkt. Die Einstufung bleibt „Buy“. Fraser positioniert sich für einen erneuten Abschwung in der europäischen Chemiebranche und nahm insgesamt sieben Umstufungen vor.

Ihre Begründung: Der Nachfragerückgang sei schneller und deutlicher gekommen als erwartet. Außerdem fresse zunehmender Exportdruck aus China einen Großteil der vermeintlichen Marktchancen europäischer Anbieter auf. Wettbewerber wie Evonik, Symrise und Lanxess stufte Fraser ab. BASF hält sie für vergleichsweise widerstandsfähiger — ihr operativer Ergebniskonsens für 2027 liegt deutlich über dem Marktdurchschnitt.

Analysten uneins über den fairen Wert

Das Bild im Analystenkonsens ist gespalten. Die Deutsche Bank empfiehlt den Kauf mit einem Kursziel von 60 Euro und verweist auf eine attraktive Bewertung sowie den Rückkauf als Kursunterboden. JP-Morgan-Analyst Chetan Udeshi bleibt skeptisch: Er trägt ein Underweight-Rating und sieht den fairen Wert bei 40 Euro — zuletzt angehoben von 36 Euro, aber weiterhin das pessimistischste Urteil im aktiven Broker-Panel. Der Konsens liegt laut MarketScreener bei einem durchschnittlichen 12-Monats-Kursziel von 52,98 Euro.

Hinzu kommt ein struktureller Fortschritt: Die EU-Kommission hat den Verkauf der Lacke-Sparte an den Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen genehmigt. BASF behält einen Anteil von 40 Prozent. Der Unternehmenswert des Coatings-Geschäfts beläuft sich auf 8,7 Milliarden Euro.

Die Aktie notiert aktuell bei 49,41 Euro — rund zehn Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 55,05 Euro und knapp fünf Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut zehn Prozent. Mit dem Ende des Rückkaufprogramms Ende Juni rückt die operative Entwicklung stärker in den Mittelpunkt — das Q2-Ergebnis wird zeigen, ob BASF die Chemiebranchenschwäche besser abfedert als die Konkurrenz.