Ende Juni ist Schluss. Das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm von BASF läuft aus — und damit fällt ein struktureller Käufer weg, der seit November 2025 regelmäßig Aktien vom Markt genommen hat. Was danach zählt, sind operative Ergebnisse.
Erste Tranche fast vollständig
Das aktuelle Programm umfasst bis zu 1,5 Milliarden Euro. Es ist die erste Tranche eines größeren Rahmens: Insgesamt will BASF bis Ende 2028 eigene Aktien im Wert von vier Milliarden Euro zurückkaufen. Seit Programmstart hat der Konzern knapp 27,8 Millionen Aktien erworben. Diese werden eingezogen, was die Zahl der umlaufenden Papiere senkt und den Gewinn je Aktie rechnerisch erhöht.
Mit dem Auslaufen Ende Juni entfällt dieser Rückenwind. Der nächste Quartalsbericht im Sommer wird zeigen, ob BASF auch ohne ihn überzeugt.
CoreShift als Nachfolger
Parallel startete BASF im Mai das Transformationsprogramm „CoreShift“. Das Ziel: Die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um bis zu 20 Prozent gegenüber 2024 senken. Betroffen sind alle vier Kernsegmente — Chemicals, Materials, Industrial Solutions sowie Nutrition & Care.
Vorstandschef Markus Kamieth sprach im „Handelsblatt“ von einem „neuen Betriebssystem für den Konzern“. Einen konkreten Stellenabbau nannte er nicht. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern sollen die nächsten Schritte klären.
Das laufende Vorgängerprogramm lieferte bereits Ergebnisse über Plan. Bis Ende 2025 erreichte BASF jährliche Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro — 100 Millionen Euro mehr als geplant. Bis Ende 2026 sollen es 2,3 Milliarden Euro werden. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro.
Branchengegenwind und Kurslage
Die europäische Chemiebranche steckt in einer tiefen Krise. Schwache Nachfrage, hohe Energiepreise und Konkurrenz aus China belasten das Geschäft. Der Branchenverband VCI rechnet für 2026 mit stagnierender Produktion — in der Chemie selbst mit einem Rückgang um ein Prozent. Bei sinkenden Preisen würde daraus ein Umsatzminus von 3,5 Prozent entstehen.
Die BASF-Aktie notiert bei 48,92 Euro, rund elf Prozent unter dem April-Hoch von 55,05 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Plus von gut neun Prozent. Technisch hat das Papier zuletzt die 100-Tage-Linie nach unten gekreuzt. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 47,08 Euro bildet die nächste Unterstützung.
Einen Teil der operativen Hoffnungen knüpft BASF an den chinesischen Verbundstandort Zhanjiang. Rund 8,7 Milliarden Euro hat der Konzern dort investiert. Zum Jahreswechsel 2025/2026 starteten die ersten Wertschöpfungsketten — darunter ein Steamcracker, der in Rekordzeit hochgefahren wurde. Ob Zhanjiang und „CoreShift“ den Wegfall des Rückkauf-Effekts kompensieren können, wird der Herbst zeigen.
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