BASF liefert für 2025 solide Fakten – und nimmt dem Markt zugleich die Hoffnung auf eine schnelle Erholung. Denn der Ausblick für 2026 liegt unter dem, was viele erwartet hatten. Kann das verschärfte Sparprogramm zusammen mit Umbau und Kapitalrückflüssen den Dämpfer beim operativen Ergebnis auffangen?
2025: Operativ schwächer, Gewinn durch Sondereffekt gestützt
Im Geschäftsjahr 2025 ging das bereinigte EBITDA vor Sondereinflüssen um 9,5% auf 6,554 Mrd. Euro zurück. Auch der Umsatz sank um 2,9% auf 59,657 Mrd. Euro – BASF verweist dabei ausdrücklich auf negative Währungseffekte.
Beim Nettogewinn ergibt sich dagegen ein freundlicheres Bild: Er stieg auf 1,6 Mrd. Euro. Der entscheidende Treiber war ein Sonderertrag aus Staatsgarantien für frühere Russlandaktivitäten der Tochter Wintershall Dea. Laut Geschäftsbericht flossen rund 1,3 Mrd. Euro aus der Staatskasse, BASF (72,7% Anteil an Wintershall Dea) erhielt 2025 rund 900 Mio. Euro nach Steuern. Für das erste Halbjahr 2026 erwartet der Konzern weitere knapp 800 Mio. Euro nach Steuern – rund 500 Mio. Euro davon kamen bereits im Januar.
2026: Ergebnisziel unter Konsens – Markt bleibt zäh
Genau hier liegt der Kernkonflikt: Operativ stellt sich BASF auf ein schwieriges Umfeld ein. Für 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,2 bis 7,0 Mrd. Euro (nach 6,6 Mrd. Euro im Vorjahr). Vorstandschef Markus Kamieth dämpfte zusätzlich: Kurzfristig rechne man weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer deutlichen Entspannung der geopolitischen Lage. Zudem sieht BASF im ersten Quartal einen Währungsgegenwind von rund 200 Mio. Euro.
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Am Markt kam das nicht gut an. Nach dem Ausblick rutschte die Aktie am Freitag spürbar ab. Heute notiert sie bei 47,75 Euro (-1,65%) und liegt damit weiter unter dem 52‑Wochen-Hoch von 53,98 Euro.
Auf Segmentebene erwartet BASF deutliche Ergebnissteigerungen bei Nutrition & Care sowie Chemicals. Industrial Solutions soll leicht zulegen. Für Materials und Agricultural Solutions wird währungsbedingt ein leicht niedrigeres Ergebnis in Aussicht gestellt.
Sparprogramm, Rückflüsse und Umbau: Gegenmittel gegen den Zyklus?
BASF zieht die Kostenschraube fester an. Bis Ende 2025 wurden bereits rund 1,7 Mrd. Euro jährliche Kostensenkungen erreicht – 100 Mio. Euro mehr als ursprünglich geplant. Das Ziel bis Ende 2026 steigt nun auf 2,3 Mrd. Euro (zuvor 2,1 Mrd. Euro). Ein Schwerpunkt liegt auf der Verwaltung: Dort sollen Stellen wegfallen, außerdem will BASF Funktionen aus Deutschland nach Asien verlagern, unter anderem nach Indien und Malaysia. Die Belegschaft sank um rund 4.800 auf 108.251 Mitarbeitende (ohne rund 1.000 Neueinstellungen am Standort Zhanjiang in China).
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Parallel setzt BASF auf Kapitalrückflüsse. Von 2025 bis 2028 sollen über Dividenden und Aktienrückkäufe mindestens 12 Mrd. Euro an Aktionäre fließen, mit einer jährlichen Dividende von mindestens 2,25 Euro je Aktie. Zusätzlich läuft ein zeitlich vorgezogener Aktienrückkauf: Zwischen November 2025 und Ende Juni 2026 sollen eigene Aktien im Volumen von bis zu 1,5 Mrd. Euro zurückgekauft werden. Für den Free Cashflow stellt BASF 2026 1,5 bis 2,3 Mrd. Euro in Aussicht (nach 1,3 Mrd. Euro im Vorjahr).
Beim Portfolioumbau bleibt der Fahrplan bestehen: Die Agrarsparte soll bis 2027 IPO-reif werden, die rechtliche Trennung und die ERP-Projekte sollen bis Anfang 2027 in allen Regionen fertig sein. Das Lackgeschäft dürfte im zweiten Quartal 2026 verkauft werden. In den USA betont BASF zudem die MDI-Expansion in Geismar (Louisiana): Die finale Phase laufe planmäßig, Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Das Projekt (1 Mrd. US-Dollar) soll die MDI-Kapazität dort auf rund 600.000 Tonnen pro Jahr verdoppeln.
Unterm Strich bleibt damit ein klares Bild: 2026 wird bei BASF weniger von Rückenwind, sondern von Disziplin geprägt. Der nächste konkrete Termin ist die Hauptversammlung am 30. April 2026 – dort steht auch die Wahl von Mark Garrett als neues Aufsichtsratsmitglied auf der Agenda.
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