BASF hat am 29. Juli ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,0 Milliarden Euro beschlossen. Der Rückkauf soll im August 2026 starten und bis Ende April 2027 laufen. Er ist Teil des bereits 2024 angekündigten Gesamtvolumens von 4 Milliarden Euro, das der Konzern bis Ende 2028 an die Aktionäre zurückgeben will.
Die Umsetzung läuft bereits auf vollen Touren. Im Zeitraum vom 17. bis 21. August kaufte BASF 557.966 eigene Aktien zurück. Seit dem Start des Programms am 3. August summiert sich das Volumen damit auf 1.797.966 Aktien.
In der Vorwoche, vom 10. bis 14. August, hatte der Konzern bereits 695.000 Anteile erworben, was das Gesamtvolumen zu diesem Zeitpunkt auf 1,24 Millionen Aktien trieb. Die erworbenen Papiere sollen eingezogen werden, was die Zahl der ausstehenden Aktien dauerhaft reduziert.
Expansion in Asien treibt Consumer-Care-Geschäft
Parallel zum Kapitalmarktprogramm baut BASF sein internationales Geschäft in Asien aus. In Bangkok kündigten BASF und die NEO Corporate Public Company Limited eine strategische Partnerschaft an, um gemeinsam Lösungen für den Bereich Personal Care zu entwickeln.
Wenige Tage zuvor hatte der Konzern in Mumbai ein globales Performance-Labor für Windeln und Superabsorber eröffnet. Das Labor soll Kunden weltweit technische und anwendungsspezifische Services bereitstellen und unterstreicht den Anspruch, im margenträchtigen Hygiene- und Konsumgütergeschäft eine führende Rolle einzunehmen.
Diese Investitionen in Wachstumsmärkte fallen in eine Phase, in der BASF am Stammsitz mit operativen Herausforderungen kämpft. Wegen des extremen Niedrigwassers am Rhein musste der Konzern erste Produktionen zurückfahren, einzelne Produkte können nicht mehr in vollem Umfang geliefert werden.
Vorstandschef Markus Kamieth betonte laut Reuters, bislang gebe es keine signifikanten Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis 2026 – das Risiko von Produktionsunterbrechungen steige jedoch mit anhaltender Dürre.
Infrastruktur-Investition soll Logistikrisiken mindern
In diesen Kontext fällt auch der von BASF bestätigte Spatenstich für die Modernisierung des Kombiverkehrsterminals am Stammsitz Ludwigshafen. Der Termin fiel laut Reuters mit den Aussagen zu den Rhein-Niedrigwasser-Folgen zusammen und signalisiert, dass der Konzern seine Logistik unabhängiger von Wasserstandsschwankungen aufstellen will. Für Anleger verbindet sich damit die Botschaft, dass BASF trotz kurzfristiger Lieferengpässe strukturell in seine Standortsicherheit investiert.
An der Börse zeigt sich das Papier robust: Am Freitag schloss die Aktie bei 52,28 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 18 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die Kombination aus Kapitalrückführung, internationaler Expansion und Investitionen in die Infrastruktur bislang gut ankommt, auch wenn die Rhein-Problematik als Risikofaktor im Blick bleibt.
Eine im August veröffentlichte Einschätzung von Morningstar hatte zuvor auf gesenkte Fair-Value-Schätzungen für BASF sowie die Wettbewerber LyondellBasell und Dow verwiesen – ein Rückblick, der die aktuelle Nachrichtenlage zu Rückkauf und Expansion jedoch nicht schmälert.
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