Der Ludwigshafener Chemiekonzern räumt sein Pflege- und Reinigungssegment rigoros auf. Während sich das Management von Randbereichen trennt, sollen deutliche Preiserhöhungen die Margen im Kerngeschäft absichern. Diese Doppelstrategie zeigt, wie konsequent BASF das laufende Restrukturierungsprogramm aktuell vorantreibt.
Erst am Mittwoch gab das Unternehmen den Verkauf seines Aseptrol-Technologieportfolios an die amerikanische Oxidium Technologies bekannt. Das auf Chlordioxid basierende Geschäft für Desinfektion und Wasseraufbereitung passte offenbar nicht mehr zur geschärften Ausrichtung. Dieser Schritt folgt dicht auf die Abgabe der Sparte für optische Aufheller an Catexel Ende Februar. BASF konzentriert seine Ressourcen nun gezielt auf profitablere Segmente im Bereich Home Care sowie der industriellen Reinigung.
Preiserhöhungen als Margenschutz
Parallel zur Portfoliobereinigung greift der Konzern an der Preisschraube. In Europa steigen die Tarife für sämtliche Produkte des Home-Care- und I&I-Portfolios um bis zu 30 Prozent – in Einzelfällen sogar noch stärker. Verantwortlich für diesen erheblichen Aufschlag sind massive Kostensteigerungen bei Verpackungen und Energie sowie anhaltende logistische Herausforderungen. Marktbeobachter werten die Maßnahme als klaren Versuch, die Profitabilität angesichts eines schwierigen Marktumfelds aktiv zu verteidigen.
Einsparungen übertreffen die Ziele
Auf der Kostenseite liefert das Restrukturierungsprogramm bereits handfeste Ergebnisse. Bis Ende 2025 realisierte BASF jährliche Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro und übertraf die eigenen Planungen damit um 100 Millionen Euro. Trotz dieses Erfolgs bleibt der Ausblick verhalten: Für 2026 peilt das Management ein operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro an. Der Mittelwert liegt spürbar unter den Erwartungen der Analysten von rund 7,0 Milliarden Euro. An der Börse wird dieser gemischte Nachrichtenfluss relativ nüchtern aufgenommen, was sich auch im gestrigen Schlusskurs von 47,56 Euro widerspiegelt. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier damit ein moderates Plus von 6,30 Prozent.
Der erste echte Belastungstest für die neue strategische Ausrichtung steht bereits fest im Kalender. Am 30. April 2026 präsentiert BASF die Zahlen für das erste Quartal und hält zeitgleich die Hauptversammlung ab, bei der Mark Garrett in den Aufsichtsrat einziehen soll. Diese Quartalsergebnisse werden den konkreten finanziellen Effekt der aktuellen Portfolioanpassungen und Preiserhöhungen erstmals in der Bilanz sichtbar machen.
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