Ein historisches Urteil des US-Supreme Court mischt die Karten für den Ludwigshafener Chemiekonzern neu. Nachdem die Richter die rechtliche Grundlage für weitreichende Importzölle gekippt haben, prüft das Management nun rechtliche Schritte auf milliardenschwere Rückerstattungen. Während diese Aussicht verlockend klingt, kämpft das Unternehmen im operativen Geschäft mit ganz anderen, deutlich greifbareren Belastungsfaktoren.
Treuhänderische Pflicht zur Klageprüfung
Ende Februar beendete der US-Supreme Court die auf dem IEEPA-Statut basierenden Zölle der Trump-Regierung. Für US-Importeure öffnet sich damit ein potenzieller Rückerstattungspool von geschätzt 166 Milliarden US-Dollar. CEO Markus Kamieth betonte, man habe die treuhänderische Pflicht, einen möglichen Rechtsanspruch der BASF Corporation zu verfolgen.
Allerdings dämpfte Finanzchef Dirk Elvermann allzu große Erwartungen auf massive Zuflüsse. Der Konzern produziert 80 bis 90 Prozent seiner in den USA verkauften Waren direkt vor Ort, was das direkte Zollrisiko in der Vergangenheit stark begrenzte. Zudem gelten mögliche Rückerstattungsprozesse über das US-Zollamt als langwierig und juristisch komplex, da andere Zollgrundlagen weiterhin in Kraft bleiben.
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Währungsdruck wiegt schwerer als Zölle
Abseits möglicher juristischer Erfolge in den USA dominiert das herausfordernde Marktumfeld die Bilanz. Die anhaltende Schwäche des US-Dollars könnte das operative Ergebnis allein im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro belasten. Höhere US-Zölle lenken zudem globale Warenströme um und verschärfen den Wettbewerbsdruck in Regionen mit niedrigeren Importbarrieren.
Hinzu kommen hohe europäische Energiekosten und eine schwache Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobil- und Bauindustrie. Diese Faktoren spiegeln sich in der verhaltenen Jahresprognose wider: Das anvisierte operative Ergebnis (EBITDA) vor Sondereinflüssen für 2026 von durchschnittlich 6,6 Milliarden Euro verfehlt die Konsensschätzungen der Analysten deutlich.
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Sparprogramm und Milliardenzufluss federn ab
Um den Margendruck zu kompensieren, zieht das Management die Kostenschraube weiter an. Das laufende Restrukturierungsprogramm übertraf mit Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro bis Ende 2025 die eigenen Ziele und wurde nun auf ein jährliches Volumen von 2,3 Milliarden Euro bis Ende 2026 ausgeweitet. Zusätzliche bilanzielle Stabilität liefert der geplante Verkauf der Coatings-Sparte an Carlyle, der im zweiten Quartal einen Liquiditätszufluss von rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern generieren wird.
Am 30. April präsentiert der Konzern auf der Hauptversammlung in Mannheim die Zahlen für das erste Quartal. Dieser Bericht liefert den ersten konkreten Beleg, inwieweit die forcierten Einsparungen die aktuellen Währungsbelastungen kompensieren. Aktionäre, die sich die Dividende von 2,25 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr sichern wollen, müssen die Papiere spätestens vor dem Ex-Tag am 4. Mai im Depot halten.
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