BASF gibt die Pole Position im globalen Chemiesektor auf — zumindest was die schiere Größe betrifft. Konzernchef Markus Kamieth hat das Ziel klar formuliert: nicht das größte, sondern eines der werthaltigsten Chemieunternehmen der Welt.

Größe ist nicht mehr das Ziel

Chinesische Konzerne wie Sinopec holen in der Rangliste auf. Allerdings sind solche Vergleiche mit Vorsicht zu genießen. Sinopec ist ein integrierter Öl-, Gas- und Chemiekonzern. Sein Umsatz von 2,78 Billionen RMB für 2025 umfasst auch Raffinerien, Tankstellen und Fördergeschäft — strukturell ein anderes Geschäftsmodell als das von BASF.

Der Ludwigshafener Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 59,7 Milliarden Euro. Das EBITDA sank auf 5,6 Milliarden Euro, nach 6,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Sonderbelastungen von knapp einer Milliarde Euro drückten zusätzlich auf das Ergebnis.

China bleibt für Kamieth dennoch unverzichtbar. Rund drei Viertel des weltweiten Chemie-Wachstums dürften laut Kamieth auf das Reich der Mitte entfallen.

Umbau auf allen Ebenen

BASF verkauft Randgeschäfte und schärft sein Kernprofil. Das Silikategeschäft am Standort Düsseldorf-Holthausen geht an den Anbieter PQ — der Abschluss ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Die Mehrheit am Lackgeschäft übernimmt der US-Finanzinvestor Carlyle. Die Agrarsparte soll an die Börse.

Hinzu kommt ein harter Schnitt bei den Fixkosten: minus 20 Prozent im Kerngeschäft, verbunden mit weiterem Jobabbau. Am Stammwerk Ludwigshafen arbeiten rund 33.000 Menschen — etwa ein Drittel der weltweiten Belegschaft. Das Werk schreibt seit Jahren rote Zahlen.

Den Umbau koordiniert ein neu eingerichtetes „Core Transformation Office“ unter Julia Raquet.

Aktie unter Druck, langfristig erholt

Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 49,35 Euro und liegt damit rund fünf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 52,14 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut zehn Prozent — trotz eines Rücksetzers von knapp neun Prozent in den vergangenen 30 Tagen.

Ein struktureller Faktor rückt in den Vordergrund: Das laufende Aktienrückkaufprogramm ist Teil eines geplanten Gesamtrückkaufs von vier Milliarden Euro bis Ende 2028. Läuft die aktuelle Tranche aus, fällt ein regelmäßiger Käufer weg. Das erhöht die Messlatte für das operative Geschäft. Die Halbjahreszahlen werden zeigen, ob der Konzern seinen Kurs auch ohne diesen Rückenwind halten kann.