Hohe Kursgewinne treffen auf nackte Nervosität. Die Aktie von Battalion Oil schwankt derzeit massiv, während der Nahe Osten den Energiemarkt unter Druck setzt. In nur 30 Tagen kletterte das Papier um rund 31 Prozent nach oben.

Parallel dazu treibt eine extreme Volatilität von jährlich 141 Prozent die Unsicherheit an. Aktuell notiert der Wert bei 1,40 Euro. Bei diesem Kurs liegt die Marktkapitalisierung umgerechnet bei rund 36 Millionen Euro.

Finanzielle Risse trotz Cashflow

Die Bilanz des ersten Quartals zeigt ein schwieriges Bild. Einem Umsatz von 39 Millionen US-Dollar steht ein Nettoverlust von 56 Millionen US-Dollar gegenüber. Immerhin erwirtschaftete das Unternehmen einen positiven operativen Cashflow von 2,1 Millionen US-Dollar.

Die Schuldenlast von 162 Millionen US-Dollar wiegt allerdings schwer. Barreserven von 54 Millionen US-Dollar bieten nur begrenzten Spielraum. Diese finanzielle Schieflage bremste den jüngsten Aufwärtstrend zuletzt merklich aus.

Eskalation in der Straße von Hormuz

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärft die Lage am Ölmarkt. US-Luftschläge gegen iranische Stellungen provozierten Gegenreaktionen. Die wichtige Seestraße von Hormuz geriet dabei direkt ins Visier.

Im Sieben-Tage-Schnitt flossen dort zuletzt nur 3,9 Millionen Barrel Öl pro Tag. Üblich sind Mengen von etwa 8,5 Millionen Barrel. Diese Verknappung stützte die Preise von Brent und WTI, obwohl diese am Donnerstag leicht nachgaben.

Lagerbestände auf Rekordtief

Die US-Lagerdaten liefern derweil eine solide Preisstütze. Kommerzielle Crude-Bestände sanken laut EIA auf knapp 410 Millionen Barrel. Damit liegen die Reserven rund sechs Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Indes erreichte die strategische Ölreserve der USA den niedrigsten Stand seit April 1983. Nur noch 319,5 Millionen Barrel lagern in den staatlichen Depots. Diese Kombination aus leeren Speichern und blockierten Handelswegen erhöht das Risiko eines Versorgungsengpasses.

Trotz der Jahresperformance von über 67 Prozent bleiben viele Marktteilnehmer skeptisch. Die Short-Quote liegt bei beachtlichen 28 Prozent. Dem halten institutionelle Investoren eine starke Überzeugung entgegen: Sie kontrollieren 86 Prozent der Anteile.

Die Investmentbank Goldman Sachs sieht bei anhaltender Instabilität Potenzial für Brent-Preise von über 110 US-Dollar im vierten Quartal. Hält die Unterstützung zwischen 1,40 Euro und 1,45 Euro, bleibt der Aufwärtstrend intakt. Ein Rutsch darunter würde den jüngsten Rally-Versuch vorerst beenden.