Die Zeit der globalen Gesundheitsnotstände ist vorbei. Für Bavarian Nordic beginnt nun die Phase der Normalisierung. Das dänische Unternehmen muss beweisen, dass sein kommerzielles Portfolio auch ohne staatliche Eilaufträge wächst.

Im Mai veröffentlicht der Impfstoffspezialist die Zahlen für das erste Quartal 2026. Diese Daten gelten als Gradmesser für das gesamte Geschäftsjahr. Das Management peilt für 2026 einen Jahresumsatz zwischen 5.000 und 5.200 Millionen Dänischen Kronen an.

Fokus auf Reisemedizin

Bavarian Nordic baut das Geschäft um. Erstmals soll die Sparte Reisemedizin mehr Umsatz einbringen als die staatliche Vorsorge. Impfstoffe gegen Tollwut und Zecken-Enzephalitis bilden dabei das Rückgrat.

Parallel dazu startet der Verkauf des neuen Chikungunya-Vakzins. Die Markteinführung gilt als wichtigster Treiber für organisches Wachstum. Das Unternehmen integriert ferner zugekaufte Produkte wie Schluckimpfstoffe gegen Cholera in sein Portfolio.

Margenziele im Blick

Die Profitabilität bleibt ein zentrales Thema. Der Vorstand strebt für 2026 eine EBITDA-Marge von rund 25 Prozent an. Ob die Betriebskosten in diesem Rahmen bleiben, wird der anstehende Quartalsbericht zeigen.

An der Börse herrscht derzeit eine abwartende Haltung. Die Aktie schloss zuletzt bei 25,32 Euro. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn knapp zwei Prozent im Minus. Auf Sicht von zwölf Monaten steht jedoch ein Plus von gut 21 Prozent zu Buche.

Der technische Widerstand liegt aktuell bei 195 DKK. Bestätigt das Unternehmen im Mai seine Prognosen, könnte dies den Kurs stabilisieren. Die bereits gesicherten Aufträge für die staatliche Vorsorge belaufen sich auf 1.400 Millionen Kronen.