Bayer steht vor einer Schicksalswoche. In Washington rückt eine Entscheidung des US Supreme Court näher, die den Konzern von Milliardenlasten befreien könnte. Parallel dazu blicken Analysten optimistischer auf das Pharmageschäft.

Die Investmentbank Berenberg hat das Kursziel für die Bayer-Aktie leicht angehoben. Analyst Sebastian Bray sieht den fairen Wert nun bei 40,50 Euro. Er begründet diesen Schritt mit einer verbesserten Profitabilität in der Pharmasparte. Hinzu kommen vorteilhafte Währungseffekte. Trotzdem bleibt die Einstufung auf „Hold“. Bray bezeichnet die rechtliche Lage als „Münzwurf“. Die fundamentale Erholung wird weiterhin von juristischen Risiken überschattet.

Weichenstellung im Fall Durnell

Im Zentrum steht der Fall Monsanto gegen Durnell. Der Oberste Gerichtshof der USA muss entscheiden, ob Bundesrecht die Kennzeichnungspflichten einzelner Bundesstaaten aushebelt. Ein Sieg würde Bayer massiv entlasten. Experten schätzen, dass damit bis zu 80 Prozent der verbleibenden 100.000 Glyphosat-Klagen hinfällig wären. Berenberg beziffert die Chance auf einen Erfolg derzeit auf 60 Prozent. CEO Bill Anderson stufte das Urteil bereits als geschäftskritisch ein.

An der Börse herrscht derzeit eine abwartende Haltung. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie knapp sechs Prozent. Die Bayer-ADR schloss die Woche bei 10,44 US-Dollar. Damit notiert das Papier fast punktgenau am 200-Tage-Durchschnitt von 10,46 US-Dollar.

Der Relative-Stärke-Index von 45 signalisiert ein neutrales Momentum. In der kommenden Woche präsentiert sich Bayer auf der Fachkonferenz HLTH Europe. Das Augenmerk der Märkte bleibt jedoch auf Washington gerichtet. Parallel dazu prüft die europäische Arzneimittelbehörde EMA den Hoffnungsträger Asundexian. Ein Fortschritt bei diesem Gerinnungshemmer könnte die langfristige Pharma-Pipeline stärken.