Bayer Aktie: 2,45-Milliarden-Deal für Perfuse Therapeutics

Bayer überzeugt operativ im ersten Quartal, kämpft aber weiter mit Milliardenabflüssen durch Rechtsstreitigkeiten und einem hohen Schuldenstand.

Bayer Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt auf 13,4 Milliarden Euro
  • Nettoergebnis verdoppelt sich auf 2,8 Mrd
  • Freier Cashflow durch Klagen tief negativ
  • Jahresprognose leicht angehoben

Operativ dreht Bayer auf — und doch bleibt die Aktie weit unter ihrem Jahreshoch. Hinter dieser Diskrepanz steckt ein Unternehmen, das gleichzeitig Trendwende und Rechtsrisiken managt, während an der Spitze des Finanzressorts die Ablösung läuft.

Solider Einstand für die neue CFO

Judith Hartmann trat zum 1. März 2026 in den Vorstand ein und übernimmt das CFO-Amt, wenn Wolfgang Nickl am 31. Mai ausscheidet. Die Q1-Zahlen, die Bayer am 12. Mai vorlegte, liefern ihr einen ordentlichen Einstand. Der Konzernumsatz kletterte auf 13,4 Milliarden Euro — ein währungs- und portfoliobereinigtes Plus von 4,1 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 9,0 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, belastet durch Währungseffekte von knapp 900 Millionen Euro.

Das Nettoergebnis verdoppelte sich auf 2,8 Milliarden Euro. Das Core-Ergebnis je Aktie legte um 12,9 Prozent auf 2,71 Euro zu, getrieben vor allem von Crop Science.

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Freier Cashflow tief im Minus

Die Kehrseite: Der freie Cashflow lag bei minus 2,3 Milliarden Euro. Netto 2,0 Milliarden Euro flossen als Zahlungen für PCB- und Glyphosat-Klagen ab. Die Nettofinanzverschuldung stieg zum 31. März auf 32,5 Milliarden Euro — gegenüber Jahresende 2025 ein Anstieg von 9,0 Prozent.

Das Management hob trotzdem die Jahresprognose leicht an. Die erwartete Umsatzspanne verschob sich auf 44,5 bis 46,5 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA-Ziel auf 9,4 bis 9,9 Milliarden Euro. Für den freien Cashflow 2026 bleibt Bayer bei minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro — darin eingerechnet sind Rechtsstreitigkeits-Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro.

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Pipeline-Ausbau und Glyphosat-Entscheidung

Parallel baut Bayer die Pharma-Pipeline aus. Der Konzern vereinbarte die Übernahme von Perfuse Therapeutics mit einem Gesamtpotenzial von bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, davon 300 Millionen Dollar als Vorauszahlung. Im Mittelpunkt steht PER-001, ein Wirkstoff in Phase-II-Entwicklung gegen Glaukom und Diabetische Retinopathie. Es ist die erste Biopharma-Akquisition seit dem Kauf von Vividion Therapeutics 2021. Ferner meldete Bayer positive Phase-III-Ergebnisse für einen PET/CT-Radiotracer zur Diagnose kardialer Amyloidose — Gespräche mit der FDA über eine Zulassungseinreichung sind geplant.

Die Aktie notiert aktuell bei 38,26 Euro, rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro aus dem Februar. Über zwölf Monate hat das Papier jedoch 72 Prozent zugelegt.

Das entscheidende Datum rückt näher: Bis Anfang Juni müssen Kläger im Glyphosat-Sammelvergleich eine Entscheidung treffen, bis Ende Juni wird ein Urteil des US Supreme Court erwartet. Gelingt der weitgehende Abschluss des Glyphosat-Dossiers, wäre der Weg für zügigen Schuldenabbau frei — und Hartmanns erstes großes Kapitel als CFO könnte deutlich leichter werden.

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