Bayer steht vor einer entscheidenden Woche. Am Mittwoch präsentiert sich das Management auf der „Deutsche Bank European Champions Conference“ in Frankfurt. Investoren fordern klare Antworten. Das Ziel: ein überzeugender Plan zum Schuldenabbau.
Operatives Plus, tiefe Löcher in der Kasse
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen die aktuelle Zerrissenheit des Konzerns. Das bereinigte operative Ergebnis stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf 4,45 Milliarden Euro. Parallel dazu rutschte der freie Cashflow massiv ab. Am Ende stand ein Minus von 2,3 Milliarden Euro in den Büchern.
Der Grund für den Geldabfluss liegt in den USA. Umfangreiche Vergleichszahlungen für Rechtsstreitigkeiten belasten die Kasse schwer. Die Nettofinanzverschuldung kletterte bis Ende März auf rund 32,5 Milliarden Euro. Das Effizienzprogramm „Dynamic Shared Ownership“ soll hier gegensteuern. In Frankfurt muss die Konzernführung nun konkrete Fortschritte vorweisen.
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Als stabiler Anker erwies sich zuletzt die Agrarsparte Crop Science. Der Bereich verzeichnete ein währungsbereinigtes Umsatzplus von vier Prozent. Nominal drückten negative Wechselkurseffekte die Erlöse auf 13,4 Milliarden Euro.
Analysten sehen ungenutztes Potenzial
Trotz der juristischen Altlasten bleiben Analysten zuversichtlich. DZ Bank und UBS bestätigten kürzlich ihre Kaufempfehlungen. Die Experten argumentieren pragmatisch. Die Rechtsrisiken sind im aktuellen Kurs weitgehend eingepreist. Der Markt unterschätzt parallel dazu die Pharma-Pipeline. Besonders der FXIa-Hemmer, der von der US-Gesundheitsbehörde den „Priority Review“-Status erhielt, bietet neue Perspektiven.
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An der Börse spiegelt sich diese Zuversicht kaum wider. Die Aktie ging am Freitag bei 38,39 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier direkt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,91 Euro. Seit Jahresbeginn bewegt sich der Kurs kaum vom Fleck.
Neben der Investorenkonferenz rückt ein weiterer Termin in den Fokus. Bis Ende Juni fällt der US Supreme Court wichtige Grundsatzentscheidungen. Diese Urteile bilden die rechtliche Basis für künftige Vergleiche. Ein positives Signal aus Washington könnte den finanziellen Druck auf Bayer erheblich mindern.
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