Bayer hat die Handelswoche mit einem kleinen Lebenszeichen beendet. Am Freitag legte die Aktie 1,58 % zu und schloss bei 35,95 €. Damit liegt das Papier hauchdünn über der 200-Tage-Linie — einer Marke, die Chartanalysten als Trennlinie zwischen langfristigem Aufwärts- und Abwärtstrend werten.

Stabilisierung auf dünnem Eis

Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 35,80 €. Der Abstand beträgt gerade einmal 0,41 %. Das ist kein Ausbruch — das ist ein Zehenspitzen-Überqueren. Im 30-Tage-Vergleich steht die Aktie noch 6,67 % im Minus. Seit Jahresbeginn beträgt das Defizit 5,46 %. Der Freitagsanstieg ist ein erster Stabilisierungsversuch, kein Trendwechsel.

Nach oben warten zwei handfeste Hindernisse. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 38,39 €, der 100-Tage-Durchschnitt bei 40,50 €. Bis zum kürzeren der beiden fehlen noch rund 6,4 %. Erst wer diese Marken überwindet, kann von einer echten Erholung sprechen.

RSI neutral, Volatilität hoch

Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 42,6. Das signalisiert keine überkaufte Lage — es gibt also technischen Spielraum nach oben. Allerdings zeigt die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 37 %, wie nervös der Markt bei Bayer derzeit agiert. Kursbewegungen in beide Richtungen bleiben jederzeit möglich.

Supreme Court als Kursrisiko

Hinter der Nervosität steckt ein konkreter Grund: das erwartete Urteil des US-Supreme Court im Fall „Durnell“. Es soll bis Ende Juli 2026 fallen und dreht sich um die rechtlichen Risiken aus dem Glyphosat-Komplex. Solange das Ergebnis offen ist, bleibt jede charttechnische Erholung fragil.

Hält die Aktie in der kommenden Woche die 35,80-Euro-Marke nicht, rückt die nächste kritische Schwelle bei 35,00 € ins Bild. Darunter würde das 52-Wochen-Tief bei 25,09 € wieder als Referenzpunkt auftauchen — ein Niveau, das die Aktie erst im August 2025 markiert hatte.