Die Bayer-Aktie tritt auf die Bremse. Nach einem furiosen Anstieg im Juni und Juli konsolidiert das Papier nun seit Tagen. Am Donnerstag schloss die Aktie bei 46,05 Euro, ein Minus von 1,41 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,40 Prozent zu Buche.

Der Steilflug und seine Folgen

Innerhalb eines Monats kletterte die Aktie von 34,10 Euro auf 53,92 Euro. Einen solchen Lauf hatte das Papier des Leverkusener Konzerns seit Jahren nicht mehr gezeigt. Anfang Juli erreichte Bayer dabei ein neues Jahreshoch.

Seitdem bewegt sich der Kurs seitwärts bis leicht abwärts. Nach einem derart schnellen Anstieg ist das keine Überraschung. Charttechniker sprechen von einer notwendigen Verschnaufpause nach der Übertreibung.

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Jahresbilanz stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 24,43 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 58,88 Prozent. Zum Rekordhoch vom 3. Juli fehlen der Aktie aktuell 14,50 Prozent.

Was die Charts zeigen

Beim Rekord lief die Aktie regelrecht aus dem oberen Bollinger-Band heraus. Solche Übertreibungen halten selten lange an. Inzwischen haben die Oszillatoren deutlich abgekühlt.

Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 49,8. Das signalisiert eine neutrale Marktlage, weder überkauft noch überverkauft. Der Kurs notiert weiterhin 9,72 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 41,97 Euro.

Entscheidender ist ein anderer Indikator. Der Chaikin Money Flow bleibt klar positiv. Das Geld zieht sich also nicht aus der Aktie zurück, die Käufer agieren nach der Rallye lediglich vorsichtiger.

Nach unten rückt zunächst die Zone zwischen 46,74 und 47,60 Euro in den Fokus. Hält diese Marke nicht, folgt bei 45,41 Euro der nächste Auffangversuch. Darunter wartet die steigende 50-Tage-Linie als weiteres Argument für die Käufer.

Nach oben braucht die Aktie laut Chartanalysten zunächst einen Sprung über die 50-Euro-Marke. Erst ein Anstieg über die Zone zwischen 54 und 55 Euro würde neue Kaufsignale auslösen. Dann rücken Ziele zwischen der 62er-Zone und knapp 68 Euro in Reichweite.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Mehrere Investmentbanken untermauern den positiven Blick auf die Aktie. Barclays-Analyst Charles Pitman-King hob sein Kursziel von 50 auf 60 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Als Grund nannte er gesunkene Risiken aus den Glyphosat-Prozessen nach einem positiven Entscheid des US Supreme Court.

JPMorgan bestätigte vor den anstehenden Quartalszahlen ebenfalls „Overweight“, mit einem Kursziel von 50 Euro. Die Bank begründet dies mit Umsatz- und Ergebnisprognosen im Einklang mit dem Marktkonsens. Zudem dürfte Bayer seine Jahresziele bestätigen.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 63,29 Prozent. Anleger müssen also weiterhin mit kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen rechnen. Am 4. August dürfte Bayer die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen — ein Termin, der der aktuellen Konsolidierung eine neue Richtung geben dürfte.