Auf der Hauptversammlung am Freitag sicherte sich die Bayer-Führung mehr Zeit für den Konzernumbau. Am Montag rückt der Fokus direkt nach Washington. Dort verhandelt der US Supreme Court über die Glyphosat-Klagen. Für den Agrar- und Pharmakonzern geht es um die Frage, ob das US-Bundesrecht die unzähligen Verfahren auf Bundesstaatsebene endgültig aushebeln kann.
Milliardenrisiko vor dem obersten Gericht
Der Unkrautvernichter Roundup belastet die Bilanz der Leverkusener seit Jahren massiv. Bayer argumentiert vor den Richtern, dass die US-Umweltbehörde EPA nie einen Krebswarnhinweis gefordert habe. Das US-Justizministerium stützt diese Auffassung. Fällt das Urteil bis Ende Juni zugunsten von Bayer aus, entfällt die rechtliche Basis für Tausende künftige Klagen.
Parallel dazu treibt das Management einen milliardenschweren Vergleich voran. Ein Paket über mehr als sieben Milliarden US-Dollar hat bereits eine vorläufige Genehmigung erhalten. Kläger können hierbei bis Anfang Juni aussteigen.
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Kontinuität an der Spitze
Um diese juristischen und finanziellen Altlasten abzuarbeiten, setzt der Aufsichtsrat auf das bestehende Führungsteam. Der Vertrag von Vorstandschef Bill Anderson wurde auf der virtuellen Hauptversammlung bis Frühjahr 2029 verlängert. Auch Pharma-Chef Stefan Oelrich bleibt an Bord. Im Finanzressort übernimmt derweil Judith Hartmann Ende Mai das Ruder von Wolfgang Nickl.
Aktionäre müssen sich während der Sanierungsphase mit einer minimalen Gewinnausschüttung begnügen. Am Montag wird die Aktie ex-Dividende gehandelt. Die Rendite liegt bei mageren 0,29 Prozent, da das Unternehmen seine Liquidität für den Schuldenabbau und die massiven Prozesskosten benötigt.
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Pharma-Hoffnung und Cashflow-Druck
Lichtblicke liefert die Pharmaforschung. Der Blutgerinnungshemmer Asundexian zeigte in der jüngsten OCEANIC-STROKE-Studie eine Reduktion ischämischer Schlaganfälle um 26 Prozent gegenüber einem Placebo. Ein erhöhtes Blutungsrisiko trat dabei nicht auf. Die US-Gesundheitsbehörde FDA verlieh dem Wirkstoff daraufhin den Fast-Track-Status.
Finanziell bleibt das Umfeld angespannt. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand einen Umsatz von bis zu 47 Milliarden Euro. Der freie Cashflow dürfte jedoch tief im negativen Bereich landen. Grund dafür sind erwartete Auszahlungen von rund fünf Milliarden Euro für laufende Rechtsstreitigkeiten.
An der Börse reagierten Investoren zuletzt zurückhaltend. Die Bayer-Aktie schloss am Freitag bei 38,50 Euro und verzeichnete auf Wochensicht ein Minus von gut sechs Prozent. Damit rutschte der Kurs wieder unter die 50-Tage-Linie. Am Montag wird der Ex-Dividenden-Abschlag das Chartbild optisch weiter belasten, bevor im Mai die Quartalszahlen den nächsten fundamentalen Impuls liefern.
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