Bayer rutscht im DAX ans Tabellenende. Am Montag verlor die Aktie 2,22 Prozent und war damit größter Verlierer im Leitindex. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf mehr als zehn Prozent, der Kurs liegt so tief wie seit Juli nicht mehr.
Warum die Anleger nervös werden
Eine Gewinnwarnung gab es nicht. Auslöser waren vielmehr zwei Analystenkommentare zum dritten Quartal. J.P. Morgan hält die Erwartungen für zu hoch, weil im Agrargeschäft Preisdruck bei Saatgut droht. Die Deutsche Bank rechnet ebenfalls mit einem Rückgang beim operativen Ergebnis.
Beide Häuser bleiben allerdings beim Kauf-Votum. Ihre Kursziele liegen bei 61 und 60 Euro, deutlich über dem aktuellen Niveau.
Hinzu kommt ein neuer Roundup-Prozess in Missouri. Dort geht es nicht um fehlende Warnhinweise, sondern um mögliche Konstruktionsfehler des Mittels. Solange die Glyphosat-Verfahren nicht abschließend geklärt sind, dürfte der Markt vor allem Rechtsrisiken handeln.
Operativ solide, charttechnisch angeschlagen
Dabei lief das zweite Quartal ordentlich. Der bereinigte Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 1,9 Prozent zu. Crop Science steigerte das Ergebnis um gut 30 Prozent. Die Prognose steht.
Der Chart zeichnet dennoch ein anderes Bild. Die Aktie fiel unter die 20- und 50-Tage-Linie, die beide bei rund 48,40 bis 48,50 Euro verlaufen. Zuvor hatte das Papier im Sommer ein Jahreshoch bei 53,84 Euro markiert. Auf der Oberseite liegt nun eine Widerstandszone zwischen 47,00 und 47,50 Euro, danach folgt die 48er-Marke.
Aktuell hängt der Kurs an der Unterstützung um 45 Euro. Die wichtigere Marke liegt tiefer: Die 200-Tage-Linie verläuft bei knapp 43 Euro. Hält sie, ist eine Erholung Richtung 50 Euro denkbar und der langfristige Aufwärtstrend bliebe intakt. Bricht sie, rücken 41,50 und 40 Euro in den Blick, in einem negativen Szenario sogar die 35-Euro-Marke.
Positive Signale gibt es auch: Die FDA beschleunigt die Prüfung neuer Medikamente, und die mRNA-Patentklage darf weiterlaufen. Dem stehen die hohe Verschuldung und zehntausende offene Glyphosat-Verfahren gegenüber. Die Nettoverschuldung soll Ende des Jahres bei 29 bis 30 Milliarden Euro liegen.
Die nächste Orientierung liefern die Zahlen zum dritten Quartal am 3. November. Bis dahin entscheidet sich an der 43-Euro-Zone, ob die Korrektur eine Pause bleibt oder sich ausweitet.
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