Bayer Aktie: Durchbruch gelungen

Bayers Gerinnungshemmer Asundexian reduziert in der großen Oceanic-Studie das Risiko wiederkehrender Schlaganfälle deutlich. Analysten sehen Blockbuster-Potenzial und heben ihre Kursziele an.

Bayer Aktie
Kurz & knapp:
  • Studiendaten zeigen deutliche Wirksamkeit bei Schlaganfallprävention
  • Analysten heben Umsatzpotenzial auf über 1,5 Milliarden Dollar
  • Aktienkurs legt deutlich zu und nähert sich Jahreshoch
  • Zulassungsanträge bei Gesundheitsbehörden werden eingereicht

Die Bayer-Aktie legte am Freitag zu, nachdem der Konzern detaillierte Studiendaten zu seinem Medikamentenkandidaten Asundexian vorgelegt hatte. Der Gerinnungshemmer zur Schlaganfall-Prävention überzeugte Analysten mit Wirksamkeit und Sicherheitsprofil – und könnte zum erhofften Blockbuster werden.

Die Oceanic-Stroke-Studie mit mehr als 12.300 Teilnehmern zeigte eine Reduzierung wiederkehrender Schlaganfälle um gut ein Viertel. Die Ergebnisse waren über alle Patientengruppen konsistent – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Schwere des Schlaganfalls. Bayer wird nun die Zulassungsanträge bei den Gesundheitsbehörden einreichen. Die US-Behörde FDA hat dem Mittel bereits einen Fast Track-Status erteilt.

Analysten heben Blockbuster-Potenzial hervor

Goldman Sachs bezeichnete die Daten als „fast den optimalen Ausgang“ und bekräftigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 54,50 Euro. JPMorgan-Analyst Vosser, der bisher mit einem Jahresspitzenumsatz von 1,4 Milliarden Euro nach 2035 rechnete, sieht angesichts der Studienergebnisse „Luft nach oben“. Auch die UBS zeigte sich überzeugt: Matthew Weston taxiert das Marktpotenzial auf 1,5 Milliarden Dollar jährlich bei einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 80 Prozent.

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Asundexian hatte Ende 2023 zunächst einen Rückschlag in einer anderen Indikation erlitten. Dass Bayer die Schlaganfall-Studie fortsetzte, zahlt sich nun aus. Weltweit erleiden etwa 12 Millionen Menschen pro Jahr einen Schlaganfall – und einer von fünf Überlebenden erleidet binnen fünf Jahren einen weiteren. Ein beachtlicher Markt.

Patentklippe? Welche Patentklippe?

Die positiven Asundexian-Daten fügen sich in ein verändertes Bild bei Bayer ein. Die lange gefürchtete Patentklippe im Pharmageschäft – wegbrechende Erlöse bei den Kassenschlagern Xarelto und Eylea – erscheint mittlerweile nur noch wie eine „kleinere Unebenheit auf der Straße“, so Analysten von Kepler Cheuvreux im Januar.

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Pharmachef Stefan Oelrich sprach Anfang des Jahres von „fünf großen Blockbuster-Kandidaten“ und prognostizierte „extrem gutes“ Wachstum bis in die 2030er Jahre. Parallel verbessern sich die Aussichten im Glyphosat-Rechtsstreit: Ein positives Grundsatzurteil des US Supreme Court rückt näher.

Die Aktie notierte am Freitag zeitweise bei 46,64 Euro – nur noch knapp unter dem Hoch von Ende Januar bei 46,74 Euro. Seit dem Mehrjahrestief im Frühjahr 2025 summieren sich die Kursgewinne auf über 150 Prozent. Allerdings bleibt ein Unsicherheitsfaktor: Johnson & Johnson und Bristol-Myers Squibb präsentieren Ende 2026 und Anfang 2027 Studienergebnisse zu ihrem Konkurrenzwirkstoff Milvexian.

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Über Dieter Jaworski 1412 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

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