Bayer Aktie: Durchbruch im Glyphosat-Poker!

Der US Supreme Court prüft einen Grundsatzfall zu Glyphosat-Klagen, was Bayers Verhandlungsposition stärken könnte. Die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursanstieg.

Bayer Aktie
Kurz & knapp:
  • US-Höchstgericht prüft zentralen Glyphosat-Fall
  • Aktie legt nachbörslich um sechs Prozent zu
  • Grundsatzurteil könnte 67.000 offene Fälle beeinflussen
  • Konzernchef Anderson strebt Lösung bis Ende 2026 an

Der Oberste Gerichtshof der USA hat den Fall „Durnell“ zur Prüfung angenommen – ein Meilenstein im jahrelangen Glyphosat-Drama. Die Aktie explodierte nachbörslich um 6 Prozent auf 44,13 Euro. Damit setzt sich die Erholung fort, die bereits Anfang Dezember mit einem Kurssprung von 15 Prozent begann, als der Solicitor General den Antrag unterstützte.

Seit April 2024 läuft die Rally. Von unter 25 Euro hat sich der Titel mittlerweile auf über 44 Euro hochgearbeitet – ein Plus von rund 75 Prozent. Die Bodenbildung nach der jahrelangen Talfahrt wird immer stabiler. Doch was bedeutet die Annahme des Falls durch den Supreme Court konkret?

Bundesrecht gegen Staatsrecht – die Kernfrage

Die Richter müssen nun entscheiden, ob Bundesrecht bei Warnhinweisen für Unkrautvernichter über dem Recht einzelner Bundesstaaten steht. Bayers Argument: Die US-Umweltbehörde EPA sieht bei korrekter Anwendung keine Gesundheitsrisiken und genehmigte das Produktlabel ohne Warnung. Daher sollten Schadenersatzansprüche auf Basis von Bundesstaatenrecht vor Gericht keinen Bestand haben.

Im ursprünglichen Fall von Oktober 2023 sprachen Geschworene in St. Louis dem Kläger John Durnell eine hohe Entschädigung zu – sie sahen Bayer zu einer Krebswarnung verpflichtet. Genau diesen Fall hat der Konzern nun als Testballon für ein Grundsatzurteil gewählt.

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67.000 Fälle warten auf Klärung

Die Signalwirkung wäre enorm. Rund 67.000 Fälle sind in der Rückstellung von 6,5 Milliarden Euro aus dem jüngsten Quartalsbericht enthalten. Insgesamt sprach Bayer per 15. Oktober von 197.000 angemeldeten Ansprüchen – davon wurden bereits etwa 132.000 verglichen oder erfüllten die Vergleichskriterien nicht.

Jefferies-Analyst Chris Counihan sieht in der Annahme des Falls einen weiteren Schritt vorwärts. Seine Prognose: Eine Entscheidung der Richter könnte die Verhandlungsposition für weitere Vergleiche deutlich verbessern. Er rechnet mit einer positiven Kursreaktion.

Andersons Versprechen auf der Zielgeraden?

Konzernchef Bill Anderson, seit Juni 2023 am Ruder, hat sich vorgenommen, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Die Entscheidung des Supreme Court sei „ein wichtiger Schritt in unserer mehrgleisigen Strategie“, so Anderson. Das Urteil wird bis Ende Juni erwartet – dann endet die aktuelle Sitzungsperiode des Gerichts.

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Das Glyphosat-Desaster lastet seit der 63-Milliarden-Dollar-Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 auf dem Konzern. Die erste Prozessniederlage ließ damals die Klägerzahlen explodieren und schickte den Kurs auf jahrelange Talfahrt. Kann Anderson das Erbe seines Vorgängers Werner Baumann nun endlich loswerden?

Keine Entwarnung, aber Hoffnung

Jefferies belässt die Einstufung zwar bei „Hold“ mit Kursziel 25 Euro – doch die Marke liegt weit unter dem aktuellen Kurs. Die Analystenschätzung stammt noch aus einer Zeit, als die Lage düsterer aussah. Neben der Supreme-Court-Hoffnung spielt auch Bayers intensivierte Lobbyarbeit in US-Bundesstaaten eine Rolle, um Gesetzesänderungen zu erwirken.

Die Reaktion der Börse zeigt: Anleger glauben an eine Lösung. Ob das Gericht tatsächlich zugunsten Bayers entscheidet, bleibt abzuwarten. Doch erstmals seit Jahren scheint ein Ende des Glyphosat-Albtraums in greifbare Nähe gerückt.

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