Bayers Fortschritte im Pharmageschäft stehen einer weiterhin belastenden Rechtslage gegenüber. Die Annahme des Zulassungserweiterungsantrags für Finerenon durch die FDA eröffnet eine weitere regulatorische Etappe.
Zugleich zeigt der Roundup-Prozess in St. Louis, dass die Auseinandersetzungen um Monsanto fortbestehen. Für Anleger sind damit zwei unterschiedliche Entwicklungen zu bewerten: mögliche zusätzliche Einsatzgebiete eines Medikaments und Rechtsrisiken aus dem Herbizidgeschäft.
Roundup bleibt ein Gegenpol
Am 29. September begann in St. Louis ein Roundup-Prozess. Medienberichten zufolge verklagen drei Klägerinnen Monsanto wegen angeblicher Schäden durch das Herbizid. Der Bericht bezeichnet das Verfahren als den ersten solchen Prozess seit dem Urteil des US Supreme Court im Juni.
Der Prozessbeginn ist kein Urteil über die erhobenen Vorwürfe. Er macht jedoch deutlich, dass die juristischen Auseinandersetzungen neben den operativen Fortschritten bestehen bleiben. Eine positive Nachricht aus dem Pharmageschäft beantwortet daher nicht zugleich die Fragen, die sich aus den Roundup-Verfahren ergeben.
Für die Bewertung der Aktie ist diese Trennung entscheidend. Fortschritte bei einem Arzneimittel und der Ausgang eines Gerichtsverfahrens betreffen unterschiedliche Chancen und Risiken. Sie lassen sich nicht unmittelbar gegeneinander aufrechnen.
Finerenon mit zusätzlicher Perspektive
Bayer teilte am Donnerstag mit, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungserweiterungsantrag für Finerenon, bekannt unter dem Namen Kerendia, akzeptiert hat. Er betrifft chronische Nierenerkrankungen bei Erwachsenen ohne Diabetes und stützt sich auf die Phase-III-Studie FIND-CKD.
Die Annahme des Antrags ist von einer Zulassungserweiterung zu unterscheiden. Das angestrebte zusätzliche Einsatzgebiet bleibt damit eine Perspektive und ist noch kein zugelassenes Anwendungsfeld.
Vor gut einer Woche kündigte Bayer außerdem eine Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar in einen neuen Pharma-Produktionsstandort in New Albany, Ohio, an. Die Ankündigung setzt einen weiteren Schwerpunkt im Pharmageschäft. Sie beschreibt allerdings ein Investitionsvorhaben und keinen bereits fertiggestellten Standort.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Am 3. November veröffentlicht Bayer die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Dieser Termin bietet Anlegern den nächsten Anlass, die Geschäftsentwicklung neben den regulatorischen und juristischen Nachrichten zu beurteilen.
Am Freitag legte die Aktie um 2,0% zu. Daraus lässt sich weder ein positiver Ausgang des Zulassungsverfahrens noch eine Entlastung bei Roundup ableiten. Entscheidend bleibt die getrennte Betrachtung von Pharmaperspektiven, angekündigten Investitionen und fortbestehenden Rechtsrisiken.
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