Für den Leverkusener Konzern steht eine Schicksalswoche an. Am kommenden Mittwoch treffen die Bilanzvorlage für 2025 und eine entscheidende Anhörung zum milliardenschweren US-Vergleich aufeinander. Doch kurz vor dem Termin formiert sich juristischer Widerstand gegen den geplanten Rechtsfrieden, was die Nervosität am Markt deutlich erhöht.
Widerstand gegen den Vergleich
Der mit 7,25 Milliarden US-Dollar dotierte Vergleichsvorschlag, der rund 65.000 offene Roundup-Klagen beilegen soll, gerät ins Wanken. Eine Allianz aus 14 Anwaltskanzleien fordert die Verschiebung der für Mittwoch angesetzten Anhörung in Missouri. Die Begründung der Klägervertreter: Das 600 Seiten starke Vertragswerk sei erst Mitte Februar eingetroffen – viel zu spät für eine gründliche Prüfung.
Die Anwälte, die rund 20.000 Kläger vertreten, verlangen nun eine Fristverlängerung von mindestens 60 Tagen. Sollte sich eine kritische Masse an Klägern gegen die Teilnahme entscheiden, behält sich Bayer den Rücktritt vom Vergleich vor. Dies wäre ein herber Rückschlag für die Strategie, einen Schlussstrich unter die Monsanto-Altlasten zu ziehen.
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Belastung für die Bilanz
Die finanziellen Spuren des Rechtsstreits sind in den Büchern bereits unübersehbar. Um die Risiken abzubilden, erhöhte das Unternehmen die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auf insgesamt 11,8 Milliarden Euro. Davon entfallen allein 9,6 Milliarden Euro auf die Glyphosat-Thematik.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 stellt das Management Anleger auf einen negativen Free Cashflow ein. Grund hierfür sind geschätzte Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro im Zusammenhang mit den Vergleichen. Die kurzfristige Liquidität ist zwar durch eine Kreditlinie gesichert, doch der finanzielle Spielraum bleibt eng.
Kurs unter Druck
Diese Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Zum Wochenstart gab das Papier um gut 3 Prozent auf 40,44 Euro nach. Damit hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von knapp 50 Euro weiter vergrößert. Technisch betrachtet wirkt der Titel angeschlagen: Der RSI-Wert von 19,6 deutet auf eine extrem überverkaufte Situation hin, was die hohe Nervosität der Marktteilnehmer unterstreicht.
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Operative Lichtblicke verblassen
In diesem angespannten Umfeld dringen operative Erfolge kaum durch. Die jüngst gemeldeten positiven Phase-III-Daten für das Krebsmedikament Xofigo, das in einer Kombinationstherapie das Sterberisiko deutlich senkte, konnten den Kurs nicht nachhaltig stützen. Der Fokus der Investoren liegt fast ausschließlich auf der juristischen Hängepartie.
Parallel hofft der Konzern auf Rückendeckung durch den Supreme Court im Fall Durnell bis Juni. Ein günstiges Urteil des obersten US-Gerichts könnte die Klagewelle grundsätzlich eindämmen, unabhängig vom Ausgang in Missouri.
Fazit: Der 4. März als Zäsur
Der kommende Mittwoch wird zeigen, ob der ehrgeizige Zeitplan für den Rechtsfrieden hält. Sollte das Gericht in Missouri dem Antrag auf Verschiebung stattgeben, verlängert sich die Phase der Unsicherheit bis tief in den Frühling. Gelingt jedoch der Durchbruch bei der Anhörung, wäre dies ein essenzieller Schritt, um das seit der Übernahme 2018 lastende Risiko endlich kalkulierbar zu machen.
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