Goldman Sachs hat seinen Stimmrechtsanteil an Bayer von 5,24 auf 4,44 Prozent gesenkt — eine Pflichtmitteilung, die am 7. April veröffentlicht wurde, obwohl die relevante Schwelle bereits am 27. März unterschritten worden war. Die Aktie reagierte sensibel auf das Signal und pendelt seither zwischen 39 und 40 Euro.
Der Rückgang resultiert überwiegend aus einer Reduzierung der über Finanzinstrumente gehaltenen Stimmrechte, die von 4,99 auf 4,22 Prozent fielen. Der direkte Aktienanteil sank nur marginal von 0,24 auf 0,22 Prozent.
Kerendia als Wachstumstreiber
Während institutionelle Investoren umschichten, setzt Bayer intern auf die Pharmapipeline als Gegengewicht zu absehbaren Patentverlusten bei Xarelto und Eylea. Kerendia, der Wirkstoff Finerenon, entwickelt sich dabei zum zentralen Hoffnungsträger: Nach der erweiterten EU-Zulassung zur Behandlung von Herzinsuffizienz adressiert das Medikament nun rund 15 Millionen Betroffene in Europa. Im vierten Quartal 2025 stiegen die Umsätze mit dem Wirkstoff um knapp 93 Prozent auf 264 Millionen Euro — ein deutliches Wachstumssignal in einem ansonsten belasteten Umfeld.
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Negative Cashflows und Supreme Court als Schlüsseldaten
Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Bayer erwartet für 2026 einen negativen freien Cashflow, bedingt durch hohe Auszahlungen für US-Rechtsstreitigkeiten. Die Hauptversammlung am 24. April stimmt über eine drastisch gekürzte Dividende von 0,11 Euro je Aktie ab.
Der eigentliche Meilenstein folgt drei Tage später: Am 27. April verhandelt der US Supreme Court, ob Bundesrecht staatliche Glyphosat-Klagen grundsätzlich ausschließen kann. Ein Urteil wird für die zweite Junihälfte 2026 erwartet und gilt als wichtigster Einzelfaktor für die langfristige Bewertung des Konzerns — mit weitreichenden Konsequenzen für die Milliarden-Rückstellungen, die Bayer seit Jahren belasten.
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