JPMorgan rechnet bei Bayer mit einer möglicherweise baldigen richterlichen Entscheidung über den Glyphosat-Sammelvergleich. Richard Vosser bestätigte am Freitag seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 61 Euro und wertete den gewonnenen Missouri-Prozess als weiteren Schritt zur Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten.
Analysten bewerten Fortschritte unterschiedlich
Jefferies urteilte am Freitag zurückhaltender: Michael Leuchten bestätigte „Hold“ mit einem Kursziel von 46 Euro. Er bezeichnete den ersten Glyphosat-Prozesssieg nach der Supreme-Court-Entscheidung als ermutigend, verwies aber ebenfalls auf die noch ausstehende richterliche Zustimmung zum Sammelvergleich.
Im Verfahren Theresa Aretino et al. entschied die Jury in Missouri nach Angaben von Bayer einstimmig zugunsten von Monsanto. Die drei Klägerinnen hatten Ansprüche wegen angeblicher Produktfehler, Täuschung und Nachlässigkeit weiterverfolgt. Es war der erste Glyphosat-Prozess seit dem Supreme-Court-Urteil im Juni.
Den Prozesssieg bezeichnete dpa-AFX als konkreten Auslöser des anschließenden Kursanstiegs. Heute gibt die Bayer-Aktie um 0,5% nach.
Fortschritte im Pharmageschäft
Vor gut einer Woche ließ die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA Asundexian zur Verringerung des Schlaganfallrisikos zu. Reuters zufolge handelt es sich um den ersten in China zugelassenen Faktor-XIa-Hemmer.
Ebenfalls vor gut einer Woche wurden beim ESMO-Kongress Ergebnisse der Zwischenanalyse der Phase-III-Studie DASL-HiCaP vorgestellt. Darolutamid senkte in Kombination mit Androgendeprivationstherapie und Strahlentherapie bei Patienten mit sehr hohem Rückfallrisiko das Risiko einer Ausbreitung des Prostatakrebses.
Am 2. Oktober kündigte Bayer zudem eine Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar in einen neuen Pharmaproduktionsstandort in New Albany, Ohio, an. Dort plant das Unternehmen rund 600 neue Arbeitsplätze.
Den Bericht zum dritten Quartal 2026 veröffentlicht Bayer am 3. November um 07:30 Uhr MEZ. Die Investoren-Videokonferenz folgt um 14:00 Uhr MEZ.
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