Radikaler Konzernumbau trifft auf Milliardenlasten aus der Vergangenheit. Bei Bayer klaffen Anspruch und finanzielle Realität am Tag der Hauptversammlung weit auseinander. Anleger reagieren nervös auf die düsteren Cashflow-Prognosen. Die Aktie rutschte am Freitag zeitweise um 3,3 Prozent ab.
Kahlschlag für mehr Effizienz
Vorstandschef Bill Anderson verteidigt seinen harten Sparkurs. Unter dem neuen Strukturmodell baut der Konzern massiv Stellen ab. Rund 14.000 Arbeitsplätze fielen seit Beginn des Umbaus weg. Allein im vergangenen Jahr strich das Management 4.700 Posten. Das Ziel: weniger Bürokratie und mehr operative Schlagkraft.
Rechtsstreitigkeiten fressen Liquidität
Finanziell bleibt die Lage extrem angespannt. Für das laufende Jahr rechnet Bayer mit einem negativen freien Cashflow. Hauptgrund sind erwartete Auszahlungen für Rechtsvergleiche in Höhe von rund fünf Milliarden Euro. Insgesamt türmen sich die Rückstellungen für juristische Risiken auf 11,8 Milliarden Euro auf.
Das vergangene Jahr schloss der Agrar- und Pharmakonzern mit einem Milliardenverlust ab. Um die knappe Kasse zu schonen, schlägt der Vorstand für 2025 lediglich die gesetzliche Mindestdividende von 0,11 Euro je Aktie vor.
Juristische Weichenstellungen
Der Fokus verschiebt sich nun schnell auf die US-Gerichte. Am 27. April verhandelt der Supreme Court den Fall „Durnell“. Ein Urteil könnte bundesweite Klagen wegen fehlender Warnhinweise stoppen. Parallel treibt das Management einen Sammelvergleich in Missouri voran. Ein Richter stimmte diesem Deal über 7,25 Milliarden US-Dollar bereits vorläufig zu.
Trotz der Belastungen sehen Analysten Potenzial. Die britische Bank Barclays rät weiterhin zum Kauf der Aktie. Analyst Charles Pitman-King sieht das Kursziel bei 48 Euro. Er erwartet langfristig eine Lösung der Glyphosat-Problematik.
Die juristischen Risiken sorgen weiterhin für hohe Kursschwankungen. Auf Jahressicht steht zwar noch ein Kursplus von 72 Prozent auf der Anzeigetafel. Kurzfristig bleibt das Papier jedoch stark nachrichtengetrieben. Die nächste fundamentale Wegmarke liefert Bayer am 12. Mai mit den Zahlen zum ersten Quartal.
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