7,25 Milliarden US-Dollar liegen auf dem Tisch. Ein Gericht in Missouri hat dem gewaltigen Vergleichspaket im Glyphosat-Streit eine vorläufige Genehmigung erteilt. Parallel dazu fiebert der Leverkusener Konzern einem Schlüsseltermin in Washington entgegen. Die Kombination aus operativer Stabilisierung und juristischer Bewegung treibt den Kurs im Xetra-Handel auf über 41 Euro an.
Etiketten-Hoheit vor dem Supreme Court
Am 27. April 2026 tritt Bayer vor den US Supreme Court. Im Zentrum der mündlichen Verhandlung steht die Etiketten-Hoheit. Der Konzern argumentiert, dass das Bundesgesetz FIFRA nationale Warnpflichten klar überlagert. Folgt das Höchstgericht dieser Auslegung, fallen Zehntausende laufende Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken in sich zusammen.
Im gleichen Schritt bewegt sich die juristische Front auf lokaler Ebene. Betroffene Kläger in Missouri müssen sich bis zum 4. Juni entscheiden. Sie können dem vorläufig genehmigten 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich zustimmen oder den individuellen Klageweg wählen.
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Pharma-Sparte stützt die Bilanz
Die enormen Rechtskosten belasten die Finanzen massiv. Für das laufende Jahr erwarten Marktbeobachter einen negativen freien Cashflow. Das operative Kerngeschäft beweist indes Resilienz. Die Pharmasparte fängt wegbrechende Erlöse durch Patentabläufe bei älteren Präparaten wie Xarelto und Eylea erfolgreich auf. Blockbuster-Medikamente wie Nubeqa gegen Prostatakrebs und das Nierenpräparat Kerendia verzeichnen starkes Umsatzwachstum.
Diese Dynamik spiegelt sich in der Bilanz wider. Die Nettofinanzverschuldung sank zuletzt um 8,5 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Euro. Analysten taxieren den Gewinn für 2026 derzeit auf 4,29 Euro je Aktie.
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Analysten passen Ziele an
Das Marktumfeld bleibt angesichts geopolitischer Spannungen volatil. Dennoch honorieren Analysten die jüngsten Fortschritte. Die UBS bestätigte Mitte April ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 52 Euro. Die DZ Bank hob ihr Rating im Zuge der Entwicklungen von „Verkaufen“ auf „Halten“ an und sieht den fairen Wert nun bei 44 Euro.
In den kommenden Wochen verdichten sich die Ereignisse für den Konzern. Der Terminkalender liefert harte Fakten:
- 24. April 2026: Ordentliche Hauptversammlung
- 27. April 2026: Anhörung vor dem US Supreme Court
- 29. April 2026: Dividendenauszahlung (0,11 Euro)
- 12. Mai 2026: Quartalsmitteilung Q1
Die Weichenstellung in Washington am 27. April bestimmt maßgeblich, ob Bayer die juristischen Altlasten endgültig eindämmen kann. Fällt das Urteil zugunsten des Konzerns aus, entfällt der größte Bremsklotz für eine nachhaltige Kurserholung.
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