Bayer hat wieder Anlauf auf die Marke von 50 Euro genommen. Am heutigen Tag legt die Aktie leicht zu. Je nach Börsenplatz beträgt das Plus zwischen 1,36 und 1,60 %. Mit rund 48,60 Euro notiert das Papier allerdings noch unter der wichtigen Marke. Nach einem schwächeren Handelsstart konnte sich die Aktie im Tagesverlauf wieder erholen.

Aus technischer Sicht befindet sich Bayer weiterhin in einem klaren Aufwärtstrend. Der Vorsprung zur 100-Tage-Linie beträgt rund 18,6 %. Gegenüber der 200-Tage-Linie liegt die Aktie sogar etwa 26,5 % im Plus. Zwar hat das Papier in der laufenden Woche rund 4,8 % verloren, auf Sicht der vergangenen vier Wochen steht jedoch weiterhin ein Gewinn von 26,1 % zu Buche. Auch statistisch spricht damit vieles für einen intakten Aufwärtstrend.

Aufwärtstrend bleibt noch immer intakt!

Die zuletzt erreichten Höchststände konnten zwar zunächst nicht gehalten werden. Marktbeobachter werten die jüngste Entwicklung allerdings überwiegend als Gewinnmitnahmen.

Hintergrund der vorübergehenden Zurückhaltung ist vor allem die Finanzierung des Unternehmens. Bayer hat Anleihen im Volumen von mehr als 5 Milliarden US-Dollar platziert. Zudem wurde kürzlich ein Deal mit dem Investor Apollo bekannt. Bayer erhält dabei rund 3 Milliarden Euro zur Stärkung der Finanzbasis und gibt im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung am Geschäft mit langwirksamen Verhütungsmitteln ab. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen Schulden reduziert, die Liquidität gestärkt und mögliche Belastungen aus den Glyphosat-Verfahren in den USA besser abgefedert werden.

Dennoch bestehen am Markt vereinzelt Sorgen, Bayer könnte unter Finanzierungsschwierigkeiten leiden. Tatsächlich verändert der Apollo-Deal die Substanz des Unternehmens jedoch kaum. Bayer behält die Mehrheit an dem Geschäft sowie die vollständige operative Kontrolle. Insofern erscheint die kurzfristige Skepsis zwar nachvollziehbar, dürfte langfristig jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Anfang August, voraussichtlich am 7. August, wird Bayer die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Das Management dürfte dann auch die jüngsten Finanzierungsmaßnahmen näher erläutern. Dies könnte dazu beitragen, die Nervosität am Markt weiter abzubauen.

Positiv wirkt weiterhin die Entwicklung im Glyphosat-Rechtsstreit in den USA. Bayer konnte vor dem US Supreme Court zuletzt einen wichtigen juristischen Erfolg erzielen. Dabei ging es um die Frage, welche Regelungen für Warnhinweise maßgeblich sind. Damit wurde die Grundlage für zahlreiche Klagen zumindest teilweise geschwächt.

Unterm Strich befindet sich die Aktie weiterhin in einem ausgeprägten Aufwärtstrend. Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass Bayer noch weiteres Kurspotenzial besitzt. Im Durchschnitt wird derzeit ein Aufwärtspotenzial von rund 15 % gesehen. Vor diesem Hintergrund erscheinen die leichten Kursverluste der laufenden Woche durchaus verkraftbar.