Bayer meldet heute positive Studiendaten für NUBEQA und setzt damit vor den Quartalszahlen einen klinischen Akzent. Bei Hochrisiko-Prostatakrebspatienten verringerte Darolutamid zusätzlich zu einer Androgendeprivationstherapie (ADT) und Strahlentherapie das Risiko für Metastasen oder Tod gegenüber Placebo um 58 %. Für Anleger steht damit ein Fortschritt im Arzneimittelgeschäft neben den Belastungen der Agrarsparte.

Was die Krebsstudie belegt

Die Ergebnisse stammen aus der Interimsanalyse der Phase-III-Studie DASL-HiCaP. Bayer veröffentlichte sie heute anlässlich ihrer Präsentation auf dem ESMO-Kongress. Die gemessene Risikoverringerung war statistisch signifikant. Der Vergleich betrifft Darolutamid als Ergänzung zur ADT und Strahlentherapie gegenüber Placebo.

Entscheidend für die Einordnung ist der untersuchte Endpunkt: Er umfasst sowohl das Auftreten von Metastasen als auch den Tod. Die gemeldete Risikoverringerung bezieht sich auf diesen kombinierten Endpunkt. Sie ist daher nicht mit einer entsprechend hohen Verringerung des Sterberisikos allein gleichzusetzen.

Zudem handelt es sich um eine Zwischenanalyse. Der Befund liefert einen klinischen Wirksamkeitsnachweis innerhalb der untersuchten Behandlungssituation. Eine Aussage über den wirtschaftlichen Beitrag des Medikaments lässt sich daraus allein nicht ableiten.

Arzneimittelgeschäft liefert weitere Nachrichten

Die Krebsdaten ergänzen einen weiteren regulatorischen Fortschritt. Vor rund zwei Wochen akzeptierte die US-Arzneimittelbehörde FDA Bayers ergänzenden Zulassungsantrag für Finerenon zur Behandlung chronischer Nierenerkrankung bei Erwachsenen ohne Diabetes. Grundlage sind positive Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD.

Beide Meldungen betreffen unterschiedliche Schritte der Arzneimittelentwicklung. Bei Darolutamid steht ein Studienergebnis im Mittelpunkt, bei Finerenon die Annahme eines Antrags durch die Behörde. Für die Bewertung ist diese Unterscheidung wesentlich: Ein positiver klinischer Befund und ein regulatorischer Verfahrensschritt sind keine gleichartigen Ereignisse.

Agrarschwäche bleibt Teil der Bewertung

Die Analysten hatten Bayer bereits vor der heutigen Studienmeldung positiv beurteilt. JPMorgan bestätigte am 16. Oktober die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 61 Euro. UBS bestätigte am 15. Oktober ihre Kaufempfehlung und ein Ziel von 62 Euro.

UBS verwies dabei ausdrücklich auf die Schwäche der Agrarsparte. Die heutigen Krebsdaten betreffen somit einen anderen Bereich als den von der Bank hervorgehobenen Belastungsfaktor. Sie ersetzen keine Prüfung der operativen Geschäftsentwicklung.

Der nächste feste Termin dafür ist der 3. November. Bayer hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 angekündigt. Dann rückt neben den klinischen Fortschritten wieder die finanzielle Entwicklung in den Mittelpunkt.