Der operative Alltag läuft bei Bayer – doch das große Thema heißt weiter Glyphosat. Zwar hat ein US-Gericht einen Sammelvergleich rund um „Roundup“ vorläufig gebilligt, gleichzeitig formiert sich Widerstand auf Klägerseite. Wie viel Planungssicherheit bringt dieser Schritt also wirklich?
Sammelvergleich: Zustimmung ja – aber nicht durch
Am 5. März erhielt ein in Missouri verhandelter Sammelvergleich für die Monsanto-Tochter eine vorläufige Gerichtsgenehmigung. Der nächste Prüfstein kommt schnell: Betroffene potenzielle Teilnehmer sollen informiert werden und haben anschließend 90 Tage Zeit, den Vergleich abzulehnen oder Einwände vorzubringen.
Finanziell ist das Paket klar umrissen. Monsanto will über bis zu 21 Jahre maximal 7,25 Mrd. US-Dollar auszahlen. Gleichzeitig zeigt sich, wie zäh der Prozess bleibt: Anwaltskanzleien, die nach Angaben des Unternehmens fast 20.000 Kläger vertreten, fordern eine Verschiebung der gerichtlichen Prüfung. Zudem stehen weiterhin rund 65.000 offene Roundup-Klagen im Raum.
Die Folgen spiegeln sich in den Bilanzpositionen. Bayer beziffert die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten inzwischen auf 11,8 Mrd. Euro (zuvor 7,8 Mrd. Euro Ende September 2025), davon 9,6 Mrd. Euro für Glyphosat.
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Parallel setzt der Konzern auf eine Grundsatzentscheidung des US Supreme Court im Fall „Durnell“. Dabei geht es um die Frage, ob Bundesrecht bei Warnhinweisen Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten hat – ein Punkt, den Bayer als zentral für die künftige Prozesslage sieht.
Zahlen 2025: Operativ ordentlich, unterm Strich tiefrot
Die Jahreszahlen zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank 2025 um 2,2% auf 45,58 Mrd. Euro; währungs- und portfoliobereinigt stand allerdings ein Plus von 1,1%. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 4,5% auf 9,67 Mrd. Euro zurück – beides laut Vorlage leicht über den mittleren Analystenschätzungen.
Die juristischen Lasten blieben der Hauptbremsklotz. Der Nettoverlust wuchs um gut eine Milliarde auf knapp 3,6 Mrd. Euro, belastet durch Glyphosat- und PCB-Klagen in den USA.
In der Agrarsparte Crop Science stieg der Umsatz währungsbereinigt um 1,1% auf 21,622 Mrd. Euro. Treiber waren laut Unternehmen vor allem Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften – unterstützt durch starke Produktperformance, größere Anbauflächen und eine lizenzvertragliche Einigung mit Corteva in Nordamerika.
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Beim Cashflow fiel die Enttäuschung deutlicher aus: Der freie Cashflow sank um 32,9% auf 2,084 Mrd. Euro. Positiv: Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich zum 31. Dezember 2025 um 8,5% auf 29,843 Mrd. Euro. Die Dividende soll unverändert bei 0,11 Euro je Aktie bleiben (Hauptversammlung: 24. April 2026).
2026-Ausblick: Umsatz stabil, Cashflow negativ
Für 2026 stellt Bayer währungsbereinigt 45 bis 47 Mrd. Euro Umsatz in Aussicht (0 bis +3%) und ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Mrd. Euro. Der kritische Punkt ist der Zahlungsmittelabfluss: Wegen erwarteter Vergleichs- und Rechtskosten prognostiziert Bayer einen Free Cashflow von -2,5 bis -1,5 Mrd. Euro – inklusive rund 5 Mrd. Euro Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten.
Entsprechend soll die Nettofinanzverschuldung wieder steigen, auf 32 bis 33 Mrd. Euro zum Jahresende. Operativ setzt der Finanzvorstand auf höhere Ergebnisbeiträge aus Crop Science und Consumer Health, die ein schwächeres Pharma-Ergebnis kompensieren sollen. Zusätzlich soll die neue Organisationsstruktur in diesem Jahr Einsparungen von 2 Mrd. Euro gegenüber 2023 bringen; die Beschäftigtenzahl lag zum Jahreswechsel bei rund 88.000 (minus 5.000 binnen eines Jahres).
Am Markt zeigt sich der Druck bereits: Die Aktie schloss am Freitag bei 36,42 Euro, in den vergangenen 30 Tagen beträgt das Minus 19,26%. Der sehr niedrige RSI von 19,6 unterstreicht, wie stark die Abwärtsdynamik zuletzt war.
Im Fokus bleibt damit ein Punkt: 2026 dürfte weniger an der Umsatzspanne hängen, sondern daran, ob der Glyphosat-Vergleich nach der vorläufigen Genehmigung auch die 90-Tage-Phase übersteht – und wie sich die Supreme-Court-Strategie im Fall „Durnell“ weiterentwickelt.
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